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Schweiz

Ermittlungen der Schweiz zu Kriegsverbrechen eingeleitet

Schweizer GPS-Modul in russischen Drohnen, Ermittlungen zu Kriegsverbrechen und teurere Flugtickets für die Umwelt. Die Schlagzeilen der Sonntagspresse.

Die Schlagzeilen der Sonntagszeitungen in nicht verifizierten Meldungen:

Schweizer GPS-Modul in russischen Drohnen

Die Recherchegruppe Conflict Armament Research (Car) hat in einer russischen Aufklärungs- und Überwachungsdrohne vom Typ Orlan-10 ein GPS-Modul einer Schweizer Firma gefunden. Die Drohne war 2016 in der Ostukraine gefunden worden, wie der SonntagsBlick schreibt. Das GPS-Modul der Firma aus Thalwil ZH wurde 2012 verkauft und kam über mehrere Stationen nach Russland. Die Firma, ein ETH-Spin-off, und der Bund haben in diesem Fall Kenntnis von der militärischen Verwendung des eigentlich für den zivilen Gebrauch vorgesehenen Moduls. Zum Zeitpunkt des Verkaufs bestanden für diese Technologie aber keine Exportbeschränkungen. Seit dem 4. März 2022 sind sie mit Sanktionen belegt.

Schweiz leitet Ermittlungen wegen Kriegsverbrechen in der Ukraine ein

Die Schweiz hat Ermittlungen wegen Kriegsverbrechen in der Ukraine eingeleitet. Laut dem SonntagsBlick hat das Bundesamt für Polizei (Fedpol) potenzielle Zeugen in der Schweiz befragt. Bei den vernommenen Personen handelt es sich um Geflüchtete aus der Ukraine. Ziel sei es, Aussagen und Beweise zu sichern. Diese sollen dazu dienen, um später rasch auf allfällige Rechtshilfeersuchen – insbesondere des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag – reagieren zu können. Möglich wäre auch, dass die Bundesanwaltschaft selbst ein Verfahren eröffnet. Dann nämlich, wenn sich mutmassliche Täter von Völkerrechtsverbrechen auf Schweizer Boden aufhalten. Bis jetzt laufen aber keine solchen Verfahren.

Swiss hält an Corona-Impf-Obligatorium fest

Die Swiss hält an ihrem Corona-Impf-Obligatorium fest: Sie lässt laut SonntagsZeitung und Le Matin Dimanche gegen Corona ungeimpftes Personal weiterhin nicht in ihren Maschinen fliegen – trotz Personalmangels. Rund 150 Flight Attendants und Pilotinnen und Piloten sollen entlassen werden. Die Swiss begründet ihren Entscheid unter anderem mit der unsicheren Entwicklung der Lage im Herbst und damit, dass die Impfung immer noch den Empfehlungen der relevanten Fachbehörden entspricht. Je nach Destination unterschieden sich zudem die Einreisevorgaben. Bei der Einsatzplanung auf ungeimpftes Flugpersonal Rücksicht nehmen zu müssen, sei zu komplex. Die Swiss hatte diese Woche angekündigt, für Juli und August wegen Personalmangels 100 Flüge zu streichen.

Teurere Flugtickets für die Umwelt

Eine Flugticketverteuerung aus klimapolitischen Überlegungen ist mehrheitsfähig: 72 Prozent würden eine Lenkungsabgabe unterstützen, wie die NZZ am Sonntag mit Verweis auf ein repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstitut GfS Zürich mit rund 1’000 Befragten schreibt. Würde sie eingeführt, sprächen sich 42 Prozent für eine Verteuerung von Flugtickets um 30 Franken für Kurz- und um 120 Franken für Langstreckenflüge aus. Jüngere tendieren dabei eher zur tiefstmöglichen Abgabe. Drei Viertel wollen die Einnahmen daraus in Schweizer Klimaschutzprojekte stecken. Etwas über die Hälfte will den internationalen Schienenverkehr fördern. Die Umfrage wurde im Auftrag der Umweltorganisation Umverkehr durchgeführt. Unterstützt wird eine Flugticketabgabe auch vom Verkehrs-Club der Schweiz (VCS), der auf 2023 eine entsprechende Volksinitiative plant.

Jugendliche werden immer öfter Opfer von Sexualverbrechern

Immer mehr Jugendliche fallen Sexualverbrechern zum Opfer. Diese bringen sie dazu, sich im Internet zu prostituieren, in dem sie Bilder von sich gegen Geld verkaufen, wie Le Matin Dimanche berichtet. Dieses Vorgehen gehört zum sogenannten «Cybergrooming». Der Begriff umfasst das Verhalten von Sexualstraftätern, das diese an den Tag legen, um das Vertrauen von Minderjährigen zu erlangen und so an kinderpornografisches Material zu kommen. Die Zeitung zitiert Homayra Sellier, die Vereinspräsidentin von «Innocence en danger» (etwa «Unschuld in Gefahr»): «Die Jugendlichen sind immer grösseren Verlockungen ausgesetzt, die sie zum Konsum von allem möglichen verleiten […] dann werden sie von solchen Versprechen auf schnell verdientes Geld in Versuchung geführt.» Auch Gefühle können Kinder dazu bringen, Fotos von sich zu verschicken. Die Pandemie hat diesen Trend noch verschärft. Das Bundesamt für Statistik, das Cybergroomingfälle seit 2020 erfasst, verzeichnete letztes Jahr 141 Fälle – das ist eine Zunahme von acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Nach Angaben von Verbänden dürfte die Dunkelziffer weitaus höher liegen.

Ehepaar verklagt Julius Bär auf Schadenersatz

Ein Ehepaar hat die Bank Julius Bär auf über 22 Millionen Franken Schadensersatz verklagt. Ein ehemaliger Mitarbeiter der Bank soll laut SonntagsZeitung über Jahre hinweg mehrere Millionen Franken abgezweigt haben, um seinen aufwändigen Lebenswandel zu finanzieren – etwa Immobilien in der Schweiz, eine Jacht am Mittelmeer und ein Luxusauto. «Der Berater von Julius Bär behandelte das Kundenvermögen, als ob es sein eigenes gewesen wäre. Gleichzeitig stellte er die Bezüge als Kundeninvestitionen dar», sagt der Anwalt des Ehepaars. Dabei hätten die Sicherheitssysteme der Bank bei den dubiosen Zahlungen keinerlei Alarm geschlagen. Die Bank äussert sich nicht zum Fall. Eine Sprecherin sagt: «Wir können zu angeblichen oder tatsächlichen Kundenangelegenheiten keine Stellung nehmen.»

Churer Bischof für «Aufwertung» Zürichs

Der Churer Bischof Joseph Bonnemain ist für eine «Aufwertung» Zürichs: «Ich kann mir die Ernennung eines Weihbischofs für Zürich vorstellen. Und ich würde es begrüssen, wenn eine Kirche in Zürich zur Konkathedrale erklärt würde», sagte er im Interview mit der «NZZ am Sonntag». «Mein Wunsch wäre die Kirche St. Joseph.» Er habe entsprechende Pläne, sagte er weiter. Aber: «Es ist auch nicht meine oberste Priorität.» In Zürich eine eigene Diözese zu errichten, sei aber keine Lösung.

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