Das Bild des Anstosses – zwei tätowierte Polizisten werben für ihre Ausbildung. (Bild: Instagram/Kantonspolizei Basel)
Basel

Tattoo-Satiriker «überfallen» Basler Polizei – diese nimmt’s mit Humor

Am Donnerstag veröffentlichte die Basler Polizei ein Bild mit tätowierten Polizisten. Eine Satireseite und hunderte Leser drehten durch.

«Paradox! Kriminelle sollen Gesetzeshüter sein?» oder «Ist erstmal die Tinte unter der Haut, hast du dir den geraden Weg verbaut! So etwas sollte illegal sein!» Solche und weitere Kommentare sind in den Sozialen Medien unter einem Foto der Basler Kantonspolizei zu lesen. Über 183 Kommentare alleine auf Instagram und über 1’100 Likes überraschten anfangs sogar die Autoren.

Schnell wurde der Polizei jedoch klar, wer dahinter steckt. Das Satire Profil @tattoofrei hatte seine Finger im Spiel. Es handelt sich hierbei um eine Seite, die über Tattoos und deren Träger herzieht. Oft ist der satirische Gedanke dahinter jedoch ersichtlich. Der Verdacht, dass sich hinter @tattoofrei ein ebenfalls Tätowierter versteckt, lässt sich jedoch nicht bestätigen. Dieser hat auf seiner Seite dazu aufgerufen, die Polizei mit der Meinung der Community zu konfrontieren. Sein Aufruf scheint sehr erfolgreich zu sein.

Die Polizei wollte auf ihre Ausbildung hinweisen

Die Polizei macht den Spass mit und markiert dessen Profil. Seither amüsieren sich die Polizisten beim Lesen. «Wir empfehlen allen, einen Blick zu wagen. Natürlich mit Humor und dem nötigen Verständnis für Sarkasmus und Ironie», sagt der Mediensprecher der Polizei Rooven Brucker auf Anfrage. Eigentlich sollte mit dem Eintrag auf die Polizistenschule aufmerksam gemacht werden. Dabei sollten die Tattoos der möglichen Bewerber keine Rolle spielen.

«Seit dem Jahr 2016 wurden die Regelungen betreffend der Sichtbarkeit von Tattoos graduell gelockert. Der aktuelle Stand ist mit einer der liberalsten in der Schweiz», sagt Brucker und fügt die Regeln für den modernen Körperschmuck bei der Polizei an: «Piercings sind in den Ohren und dezente Stecker in der Nase erlaubt. Weitere Piercings müssen während der Arbeitszeit entfernt werden, was vor allem mit der erhöhten Verletzungsgefahr in Zusammenhang steht.»

Die erste Dienstvorschrift betreffend Tattoos wurde bei der Kantonspolizei Basel-Stadt im Jahr 2006 eingeführt. Zuvor war die Thematik weitestgehend inexistent. Die Kantonspolizei Basel-Stadt ist der Überzeugung, dass ihre Polizistinnen und Polizisten einen Querschnitt der Bevölkerung abbilden sollen. Entsprechend sind Tattoos überall, abgesehen vom Kopf, erlaubt. Klar sei, dass die Motive keinen Anstoss erregen, d.h. gegen Gesetz, Sitte oder Moral verstossen dürfen, so Brucker.

Auch in der Öffentlichkeit müssen die Polizisten selten mit Reaktionen zu ihren Tattoos rechnen. Wenn, dann seien diese oft eher positiv, so Brucker. Und auch in den Kommentaren sind diverse positive zu lesen. «Im 2022 echt noch eine Frage?», antwortet beispielsweise eine Leserin auf Facebook. So oder so hat der Social-Media-Eintrag sein Ziel erfüllt: Er wurde oft gelesen und geteilt und konnte seine Message im Volk verteilen.

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