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Viele SexarbeiterInnen leiden unter Existenzängsten und Verschuldung. (Bild: Telebasel)
Basel

Internationaler Hurentag soll wachrütteln

Der internationale Hurentag macht auf Probleme des Sexgewerbes, die es schon seit Jahren gibt und die sich seit der Corona-Pandemie verstärkt haben, aufmerksam.

In der Schweiz ist Sexarbeit zwar legal, bleibt aber trotzdem Tabu-Thema. Das erschwert vielen SexarbeiterInnen die Eingliederung in die Gesellschaft. Mit dem internationalen Hurentag möchte man zum einen das Sexgewerbe entstigmatisieren und zum anderen auf die aktuellen Probleme aufmerksam machen.

Einbruch der Einnahmen von über 50 Prozent

Wie fast in jeder Branche hat die Corona-Pandemie auch im Sexgewerbe ihre Spuren hinterlassen. Spuren, unter denen SexarbeiterInnen vor allem finanziell leiden. Die Einnahmen der SexarbeiterInnen seien zum Teil um mehr als 50 Prozent eingebrochen, heisst es in der Medienmitteilung von ProCoRe, dem schweizerischen Netzwerk, das sich für SexarbeiterInnen einsetzt. Dies, weil die Nachfrage der Kunden zurückgeht und eine Preissenkung mit sich bringt, wie Fabienne Bieri, Projektmitarbeiterin von ProCoRe, erklärt. Ausserdem seien Personen, die schon vor der Pandemie an der Armutsgrenze gelebt haben oder keine finanzielle Absicherung haben, von der Auswirkung der Pandemie besonders betroffen, vor allem MigrantInnen ohne Schweizer Pass, so Fabienne Bieri.

Keine Notfinanzierung mehr

Die finanzielle Lücke im Sexgewerbe sei auch in Basel spürbar, sagt die Geschäftsleiterin der Fachstelle Aliena, Hanna Lindenfelser. Sie berät Frauen im Rotlichtmillieu. «Viele SexarbeiterInnen kommen zu uns mit dem Thema Existenzsicherung oder Verschuldung, weil sie nicht wissen, wie sie ihren Lebensunterhalt bestreiten sollen» so Hanna Lindenfelser.

Während der Pandemie konnte die Fachstelle noch von Spenden finanziert werden, um Nothilfe in Form von finanziellen Mitteln an die SexarbeiterInnen zu sichern. Die Spenden seien aber jetzt nach der Pandemie stark zurückgegangen, deshalb sei diese Hilfe nicht mehr möglich, sagt die Geschäftsleiterin der Fachstelle Aliena. Eine Lösung für diese finanzielle Lücke bei den SexarbeiterInnen gibt es noch nicht.

1 Kommentar

  1. Eigentlich widerspiegelt der Bericht nur die Doppelmoral in der Schweiz. So gesehen wird sich wenig ändern wenn nicht die Politik da mit machen will/kann und den Damen und Herren in diesem Geschäft den gleichen Status gibt wie einem Bänker oder Bauer oder Strassenarbeiter. Da muss wohl noch viel Arbeit geleistet werden, aber es ist definitiv nicht Gerecht.Report

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