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Der Telebasel News-Beitrag vom 21. Mai 2022.
Baselland

Ansturm der ESAF-Gäste auf die Baselbieter Hotels

Die Hotelpreise schnellen in die Höhe. Sowohl bei einfachen wie auch gehobeneren Betrieben muss man während des Schwingfests tiefer in die Tasche greifen.

Es ist ein touristischer Run, den das Baselbiet wohl noch nie erlebt hat: Pratteln erwartet über 400’000 Besucher am Eidgenössische Schwing- und Älplerfest (ESAF). Hotelzimmer für die Tage vom 26. bis am 28. August gehen daher weg wie warme Semmeln. Beim Hotel Engel in Liestal haben die ESAF-Fans sogar schon vor drei Jahren sämtliche Zimmer ergattert. «Seit 2019 sind wir ausgebucht. Wir haben auch viele Anfragen bekommen dieses Jahr, doch wir mussten leider allen absagen», sagt die stellvertretende Empfangsleiterin Alessia Tudisco.

Seit Jahren ausgebucht

Wer noch für die ESAF-Tage ein Zimmer sucht, muss sich beeilen. So ist auf der Plattform Booking in Pratteln und Umgebung kaum mehr etwas zu finden. Wohl aber in Basel. Die Preise haben es aber in sich. Ein Vergleich mit zwei Nächten im Mai: Wer für den Schwingfest-Besuch ein Zimmer sucht, bezahlt in manchen Hotels das Doppelte. Die Zimmerpreise sind auch höher als sonst während der Hochsaison, wie eine Suchanfrage für die Julitage zum Vergleich zeigt.

Auch im längst ausgebuchten Hotel Engel in Liestal sind die Preise gestiegen. Wie Alessia Tudisco erklärt, müsse der Betrieb auch hier mitziehen. So bezahlen die ESAF-Gäste für ein Doppelzimmer 350 Franken, für ein Einzelzimmer 295 Franken mit Frühstück. Ende Mai bezahlt man noch 177 beziehungsweise 134 Franken pro Nacht.

ESAF-Gäste, die schon jetzt Pratteln besuchen

Gefragt und teurer sind im August auch die einfacheren Übernachtungsmöglichkeiten. So etwa das «Swiss Hotel zur Krummen Eich» in Pratteln. Normalerweise nächtigen dort Handwerker und Durchreisende. Da es eines der wenigen Hotels in Pratteln selbst ist, liessen die Buchungen nicht lange auf sich warten. Seit anderthalb Jahren sind die Zimmer dort reserviert, wie Hotelmanagerin Julia Haraszti erklärt. Ein Doppelzimmer kostet dort normalerweise 85 Franken. Während des ESAF steigen die Preise auf 230 bis 260 Franken.

Nach der Corona-Durstrecke wittern die Hoteliers mit dem ESAF eine Chance. «Das dauert nur drei Tage und die Verluste, die wir während der Pandemie hatten, werden wir nicht kompensieren können. Aber wir freuen uns trotzdem», sagt Julia Haraszti. «Manche Gäste kennen wir schon, sie waren zu Besuch bei uns nach der Reservation», erzählt die Hotelmanagerin. So gab es schon einen Vorgeschmack auf die Festzeltstimmung. Ein Schwingfan sei etwa nach der Buchung schon mal für ein Wochenende in Pratteln vorbeigekommen. Er habe mit Bekannten im Gasthof ein Fest gefeiert und dabei tüchtig gesungen und getanzt.

Werbung mit Burgen und Schwingerkönigen

Nicht nur die Hotels hoffen auf mehr Bekanntheit durch das ESAF. Michael Kumli, Geschäftsführer von Baselland Tourismus, sieht im riesigen Sportanlass eine einmalige Chance. «Auch im Vorfeld spricht man über den Riesenevent. Die Schwingsaison ist jetzt voll angelaufen und ich habe Kollegen aus der Innerschweiz und aus dem Bernbiet, die sagen, im Baselland sei etwas los», so Michael Kumli. Schwingerkönige, die schon vor dem ESAF zu Besuch kommen und Burgenbesichtigungen – damit wolle der Kanton nun bei den Gästen punkten.

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