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Der Telebasel Report vom 18. Mai 2022.
Basel

Damals, als Rettungssanitäter noch Automechaniker waren

Mit Blaulicht und lauter Sirene unterwegs – das täglich seit 100 Jahren. Die Sanität Basel feiert ihr Jubiläum. Der Report wirft einen Blick zurück.

Früher unter dem Motto: vier Räder und ein Steuerrad genügen – heute hochmodern unterwegs. Die Sanität Basel wird in diesem Jahr 100 Jahre alt. Vieles, was damals zur Tagesroutine gehörte, ist heute unvorstellbar.

Kein Scherz: Früher waren alle Mechaniker

Das Anforderungsprofil eines heutigen Sanitäters ist vielseitig. Vor allem das medizinische Wissen steht im Vordergrund. Vor über 60 Jahren sahen die Anforderungsprofile allerdings anders aus. Es galt: Wer sich mit Motoren und Karosseriearbeiten auskennt, ist so gut wie eingestellt. «Früher musste man ein breites Wissen über die Fahrzeuge haben. Man musste wissen, wie ein Fahrzeug aufgebaut ist und wie es funktioniert», sagt Daniel Kobler. Er ist der Operative Leiter der Sanität Basel.

Früher hiess es zudem: improvisieren, wo es nur geht. «Es kam durchaus vor, dass man den Patienten in eine Decke einwickelte und ihn so die Treppe hinunter trug», sagt Kobler. Heute hat die Sanität allerdings moderne Hilfsmittel, so etwa Rollstühle oder Tragen.

Bis in die 1980er-Jahre ein reiner Männerberuf

Seit der Gründung im Jahr 1922 ging es lange, bis auch Frauen mitwirken konnten – ganze 64 Jahre. Erst im Jahr 1986 wurde die erste Frau als Rettungssanitäterin angestellt. Sie war zugleich die erste Frau in der Schweiz. Heute hat die Sanität Basel einen Frauenanteil von rund 40 Prozent.

Im Rahmen des 100-jährigen Jubiläums bietet die Sanität Basel ein grosses Programm an. So gibt es beispielsweise einen Blaulichttag oder eine Entdeckungsreise, die einem quer durch Basel auf die Spuren der Sanität führt. Mehr Infos dazu finden Sie hier.

Der Report blickt mit spannenden Archiv-Aufnahmen zurück auf 100 Jahre Sanität Basel und begleitet ein Rettungsteam an einem Samstagabend.

1 Kommentar

  1. Schön, diese Geschichte.
    Eine kleine Ergänzung: In den späten 50er-Jahren musste das Bezirksspital Rheinfelden einen neuen Krankenwagen kaufen. Meine Eltern durften diesen liefern, mit der Auflage, dass er bei uns auf dem Areal stationiert wurde. Gefahren wurde er mit Angestellten unseres Betriebes und unter anderen auch von meiner Mutter als „Rettungssanitäterin“ ..So gesehen wäre sie die erste Frau mit diesem Beruf gewesen… ohne spezielle Ausbildung. Allerdings ausgerüstet nur mit gesundem Menschenverstand, Einsatzfreude und physischer und psychischer Stärke, in einem Fahrzeug mit Bahre und Sessel für allfällige Begleiter, ohne Medikamente und Technik. So ist man dazumal auch immer wieder mit Blaulicht und Sirene ins Bürgerspital nach Basel gefahren.Report

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