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Der Telebasel News-Beitrag vom 13. Mai 2022. (Video: Telebasel)
Basel

20 Prozent im Bebbi-Sagg sind Food Waste

Der Bund sagt dem Food Waste den Kampf an: In acht Jahren will die Schweiz nur halb so viele Lebensmittel verschwenden. Wie sieht es in Basel aus?

Am 12. Mai 2022 unterschrieb Bundesrätin Simonetta Sommaruga zusammen mit 28 BranchenvertreterInnen eine Vereinbarung: In acht Jahren will die Schweiz nur noch halb so viele Lebensmittel verschwenden. Aktuell sind es durchschnittlich 330 Kilo Lebensmittel, die eine Person in der Schweiz pro Jahr wegwirft. Aber wie kommt man an das Ziel und wo steht Basel in punkto Lebensmittelverschwendung?

20 Prozent im Bebbi-Sack ist Food Waste

In Basel landen Abfälle meistens im Bebbi-Sagg. Der Kanton betreibt seit längerem Prävention an Schulen, um Kinder auf die Verschwendung von Lebensmitteln zu sensibilisieren. Nun versucht er, sich in einer Studie einen Überblick über die aktuelle Verschwendung von Lebensmitteln zu verschaffen. Genauer gesagt werden Bebbi-Säcke aufgeschnitten und analysiert, erklärt Timo Weber, Leiter Abfall & Rohstoffe im Kanton Basel-Stadt. «Dort zeigt sich schon, dass etwa 20 Prozent eines Abfallsacks Food Waste ist, also wirklich Lebensmittel, die für den menschlichen Konsum geeignet wären und man essen könnte», so Timo Weber.

Fleissige Studenten schneiden Säcke auf

«Eine ähnliche Studie hat der Bund schon im Jahr 2011 durchgeführt. Der Kanton blickt jetzt aber erst mal in die eigenen Bebbi-Säcke. Mit dem statistischen Amt haben wir genau geschaut, welche Säcke wir wo einsammeln müssen. Diese Säcke wurden dann aufgeschnitten und Studenten halfen dort mit». Das Unterfangen sei eine ziemliche Fleissarbeit, so Weber. In einem nächsten Schritt werde der Kanton die gesammelten Daten analysieren.

Ein riesiges Potential bei Privatpersonen

Die 20 Prozent der Lebensmittelabfälle in den Bebbi-Säcken könnten aber relativ einfach verringert werden. «Konsumenten müssen zeigen, dass sie bereit sind, beispielsweise eine Peperoni, die eine andere Form hat oder eine Karotte, die zwei Beine hat, zu kaufen.» Es sei wichtig für die Grossisten, zu wissen, dass sich auch jene Produkte verkaufen liessen. «Natürlich liegt bei den Privatpersonen ein riesiges Potential, weil sie am Ende der Kette stehen, wo die Lebensmittel meistens schon verarbeitet sind und die wertvollen Dinge dann eher weggeschmissen werden», erklärt Timo Weber-

«Too good to go»

KonsumentInnen nutzen in der Region immer öfter Angebote, wie die App «to good to go». In den beiden Basel bieten schon über 264 Betriebe ihre Lebensmittel über die App an, die gerade noch gut genug sind, um gegessen zu werden. Seit es die App gibt, hat die Region Basel schon knapp 350’000 Mahlzeiten gerettet.

Es gibt aber noch andere Wege, Food Waste zu bekämpfen, erklärt Timo Weber. Wenn man beispielsweise mit einem Einkaufszettel und nicht hungrig einkaufen gehe. «Beim Einkaufen sollte man vielleicht auch mal das einkaufen, was vielleicht nicht hundertprozentig top aussieht, wie man es sich gewohnt ist. Der Apfel, der vielleicht ein wenig eine andere Form hat.»

Bewusst und vorausschauend Einkaufen – das klingt so einfach und könnte schnell mal 20 % des eigenen Bebbi-Sack-Inhalts reduzieren.

4 Kommentare

  1. Diese 20% generell kann ich nicht glauben. Dir grosse Menge geht direkt von den Grosshändlern zurück in de Logistiklager und da wird vernichtet im grossen Stil. Wieso haben wir den Anspruch auch fünf Minuten vor Ladenschluss noch prall gefüllte Regale vorzufinden ? Braucht es um 18:27 wirklich noch die grosse Auswahl von frischem Brot ?Report

  2. Nun es liegt aber auch an den Detaillisten frisch Produkte für Singles anzubieten wo ich aber nicht 30-50% auf den Kilopreis mehr bezahlen soll als wenn ich eine Großpackung kaufe. Bsp. Offene Kartoffeln per kg 2.50 / 2.5 kg Sack umgerechnet aufs Kilo 1.50
    Oder warum werden Joghurt mit kurzen Haltbarkeitsdatum verkauft ? Ich kaufe oft verbilligte Joghurt ein welche am nächsten Tag abgelaufen wären in Tat und Wahrheit selbst nach einem Monat immer noch essbar sind. Viele Konsumenten werfen diese weg weil es abgelaufen ist und meinen es sei verdorben. Hier sollte man endlich Mal die Molkereien verpflichten längere Daten aufzudrucken. Das gilt auch für Konserven Teigwaren und co. Ich hab Mal ein Glas rotkraut verzehrt welches über 3 Jahre verfallen war. Der Inhalt war noch total in Ordnung.Report

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