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Der Telebasel Newsbeitrag vom 12. Mai 2022.
Basel

E-Trottis im Rhein – wer bezahlt?

Immer wieder landen E-Fahrzeuge im Rhein. Die Bergung ist wegen des Schiffsverkehrs ziemlich aufwendig. Die IG Ryybutzete will daher Verleiher zur Kasse bitten.

Rund tausend E-Trottinette stehen in Basel zum Verleih bereit. Nicht immer stehen sie da, wo sie sollten. Wenn Vandalen oder Nachtbuben am Werk sind, landet so ein Vehikel im Rhein. Darüber ist Ruedi Aerni, Präsident der IG Ryybutzete, gar nicht erfreut. Sorgen bereiten ihm vor allem die Akkus in den Fahrzeugen, die einfach im Wasser landen. Die Taucher seines Vereins «entgrümpeln» immer wieder mal den Rhein, zuletzt im Jahr 2017. Gerne möchten die Freiwilligen auch die E-Fahrzeuge bergen. «Da stossen wir ein bisschen auf taube Ohren», kritisiert Ruedi Aerni. Er hat den Eindruck, niemand fühle sich in Basel verantwortlich für diese E-Trottis.

In der Tat brauchen die Anbieter von E-Fahrzeugen keine Bewilligung, sofern ihre Flotte nicht mehr als 200 Fahrzeuge umfasst. Wohl aber müssen die Firmen beim Amt für Mobilität bestätigen, dass sie bestimmte Regeln einhalten. So etwa die regelmässige Kontrolle ihrer Fahrzeuge und dass dieselben nur bei Veloabstellplätzen stehen dürfen. Momentan sind fünf Anbieter registriert mit insgesamt 997 Trottinetten. Hinzu kommen noch je 200 E-Bikes und E-Mopeds.

Immer wieder werden Fahrzeuge aus dem Rhein gefischt

Unklar ist, wie viele Fahrzeuge bereits aus dem Rhein gefischt wurden. Wie die Rheinpolizei auf Anfrage von Telebasel erklärt, erhebe sie dazu keine Daten. Klar ist aber, dass immer wieder welche im Rhein landen. «Jene, die am Ufer liegen, fischen wir bei unseren Reinigungstouren aus dem Rhein und stellen sie wieder korrekt hin. Im Durchschnitt betrifft das ein Fahrzeug pro Woche», schreibt Nicole Ryf, Sprecherin des Bau- und Verkehrsdepartement.

Kniffliger wird es aber, wenn die Trottis tiefer im Rhein landen, etwa bei den Schifffahrtslinien. Will etwa die IG Rhybutzete dort auf Tauchgang, wird das eine teure Angelegenheit. Es braucht dafür eine Bewilligung. Schliesslich muss dafür der Schiffsverkehr gestoppt werden, um die Sicherheit der Taucher zu gewährleisten. Eine solche Bewilligung ist für den Verein, der ehrenamtlich arbeitet, eine teure Angelegenheit. In den Augen von Ruedi Aerni ist klar, wer für diese Spesen aufkommen müsste, nämlich die Betreiber der Verleihsysteme. «Schlussendlich verdienen die etwas daran», so Aerni

Das Bau- und Verkehrsdepartement winkt ab: «Es sind nicht die Anbieter, die die Fahrzeuge in den Rhein werfen. Man kann sie nicht für die Vergehen einzelner anderer haftbar machen», schreibt BVD-Sprecherin Nicole Ryf. «Im Prinzip müssten jene Personen für die Kosten aufkommen, die den Schaden verursacht haben – aber diese erwischt man in der Regel nicht». Ruedi Aerni will sich damit nicht zufrieden geben. Mit einem Augenzwinkern meint er: «Wenn wir sie rausholen und man kann sie nicht zur Kasse bitten, behalten wir die Trottinette und verkaufen einfach die Akkus, die da drin sind». Diese seien schliesslich nicht billig.

3 Kommentare

  1. «Es ist schon selten dümmlich» alle Folgen privatwirtschaftlichen Handelns und Profits den staatlichen Ämtern zuzuschieben. Ich sage immer: Mamma hats ja auch immer weggeräumt. Eigenverantwortung wird nirgendwo gelehrt, aber immer erwartet. Das hat schon bei den Dosen und Fläschchen angefangen….Report

  2. Es ist schon ein selten dümmlicher Kommentar von Ämtern und Betreibern: man ist ja grundsätzlich für gar nichts zuständig, und Schuld sind immer andere. Als Amt kann man selbstverständlich die Auflage durchprügeln, dass die Betreiber ihre Kunden verpflichten die Spielzeuge korrekt abzustellen. Die Wirtschaftsfreiheit besagt nicht, dass man sich am öffentlichen Raum gesundstossen darf.Report

  3. Basel-Stadt als vermeintlich Grüne Stadt sollte sich schämen. Es geht um die Umwelt! Wissen die überhaupt was alles in diesen Batteriezellen drin ist? Die Anbieter sollen verpflichtet werden, da sie auch gutes Geld damit verdienen, und nicht die Allgemeinheit.Report

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