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Marius Bear vertritt die Schweiz im Final des Eurovision Song Contests. (Viedeo: Youtube/Eurovision Song Contest)
International

Schweiz steht im Final des Eurovision Song Contests

Der Appenzeller Musiker Marius Bear hat es mit seiner Ballade «Boys Do Cry» in das Finale des Eurovision Song Contests 2022 geschafft.

Marius Bear wird seine Ballade «Boys Do Cry» am Samstag, 14. Mai, in Turin also noch einmal dem grossen Publikum vortragen.

Dabei hatte der Appenzeller Musiker im Vorfeld des Wettbewerbs selber nie einen Hehl daraus gemacht, dass seine Darbietung «kein Feuerwerk, kein Tanz, kein Crescendo» beinhalten werde. Und der Song eigentlich gar kein typischer ESC-Song sei.

«Boys Do Cry», eine emotionale Ballade darüber, dass es okay ist, als Mann Emotionen zu zeigen, sei bewusst weder politisch noch sexuell angehaucht, sagte Marius Bear kürzlich zu Keystone-SDA. Im Zentrum seines grossen Moments solle ganz allein «eine drei Minuten lange Umarmung» stehen.

Und diese Umarmung zeigte der 29-Jährige beim ersten Halbfinale in Form eines sympathischen, schlichten Auftritts, der seine grossartige Stimme stark zum Ausdruck brachte. Und: Der Sänger trug für das Millionenpublikum sogar Schuhe. Bei anderen Konzerten tritt er gerne barfuss auf.

Neben der Schweiz haben es auch Armenien, Island, Litauen, Griechenland, Portugal, Norwegen, Moldawien, Niederlande und die von den Wettbüros längst als Siegerin gehandelte Ukraine ins Finale geschafft.

Weitere zehn Länder werden sich im zweiten Halbfinale am Donnerstag qualifizieren. Sicher dabei sind ausserdem die «Big Five» Deutschland, Grossbritannien, Frankreich, Spanien und Italien.

Skurrilste Gruppen sind weiter

In seiner Schlichtheit kam der Auftritt der niederländischen Sängerin und Rapperin S10 dem von Marius Bear am nächsten. Bis auf die weissen Turnschuhe ganz in Schwarz gekleidet, besang sie in ihrer Muttersprache die Traurigkeit – und sorgte damit für einen schönen ESC-Moment.

Ähnlich bezaubernd, wenn auch in einer ganz anderen Aufmachung, stach das isländische Geschwister-Trio Systur heraus. Mit ihrer Country-Ballade «Með hækkandi sól» wollen sie die Erfolgswelle ihres Landes, die im vergangenen Jahr in Rotterdam begann, weiterführen. Daði & Gagnamagnið erreichten damals das beste Resultat für Island seit 2009.

Dass es die rund 7’000 Zuschauerinnen und Zuschauer im Turiner PalaOlimpico dann aber doch am liebsten laut, wild und schräg mochten, bewiesen Zdob și Zdub, die Moldavien mit dem Partysong «Trenuleţul» ins Finale spielten. Zum dritten Mal hat die Band diesen Schritt nun schon geschafft, sie war schon 2005 in Kiew und 2011 in Düsseldorf beim ESC dabei.

Wenn auch in einem ganz anderen Stil, setzten auch Subwoolfer aus Norwegen auf ausgefallene Outfits und mehr Tempo. Die Band schaffte mit «Give that Wolf A Banana» die erste Hürde in Richtung Sieg.

Die beiden blieben denn aber auch die skurrilsten Truppen des Abends. Sowohl Portugal (Maro) wie auch Kroatien (Mia Dimšić), Island (Systur) oder Armenien (Rosa Linn) setzten in diesem Jahr, das unter dem Motto «The Sound of Beauty» steht, auf ruhigere Töne.

Das tat auch Dänemark mit Reddi und deren Song «The Show». Allerdings drehte die Band nach rund eineinhalb Minuten sowohl laut- wie auch stimmungsmässig so richtig auf.

Ukraine auf der Zielgeraden

In der Kategorie Liebeslied dürfte die Vertreterin von Griechenland, Amanda Georgiadi Tenfjord, mit «Die Together» auch über das Finale hinaus in Erinnerung bleiben. Im Gegensatz zu Marius Bear behalf sie sich der Magie des Crescendos und lieferte eine mitreissend kraftvolle Ballade ab.

Letztlich ist und bleibt es aber doch die ukrainische Band Kalush Orchestra, die bei den Wettbüros schon seit langem als Siegerin des 66. ESC gehandelt wird, die mit «Stefania» den originellsten Song ins Rennen brachte. Das Lied, eine Mischung aus Rap und traditionellen Klängen, war ursprünglich als Ode an Mutter «Stefania» gedacht.

Seit dem Angriff Russlands auf ihr Heimatland widmet die Gruppe den Titel nach eigenen Angaben allen Müttern, die ihre Kinder beschützen. Im Anschluss an den umjubelten Auftritt bedankte sich Sänger Oleh Psiuk auf Englisch für die «Unterstützung der Ukraine».

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