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Der Telebasel News-Beitrag vom 10. Mai 2022.
Basel

Neuer Spielplan des Theater Basel trägt viele Handschriften

Originäre Konzepte prägen den Spielplan 2022/2023 des Theater Basel. Es ist bereits die dritte Spielzeit unter dem Intendanten Benedikt von Peter.

Die Musiktheatersparten des Theater Basel warten ab Mitte September mit einem regelrechten Klassiker-Reigen auf: Auf dem Spielplan der Oper stehen unter anderem die Repertoire-Archetypen «Freischütz» von Carl Maria von Weber, «Salome» von Richard Strauss und «Rigoletto» auf. Der abtretende Ballettchef Richard Wherlock lässt unter anderem «Giselle» und «Coppélia» choreografieren.

Das ist aber nur die halbe Wahrheit, weil es in der Oper und im Ballett durchaus auch weniger oft gespielte Werke und Uraufführungen zu erleben geben wird. So unter anderen «Intoleranza» von Luigi Nono (in der Inszenierung des Hausherrn von Peter) und die Uraufführung des Opernprojekts «Persona» von Anda Kryeziu.

Christoph Marthaler und Herbert Fritsch

Dass das Ganze so oder so nicht zu klassisch daherkommen wird, dafür werden letztlich die Regisseure sorgen, die man in Basel mittlerweile ganz gut kennt und schätzt: Christoph Marthaler wird die dämonische Sage des «Freischütz» auf den Boden der grotesken Realität führen. Und der Slapstick-Spezialist Herbert Fritsch wird wohl für ganz neue Einblicke in die Schauertragödie «Salome» sorgen.

Und im Ballett-Spielplan darf man gespannt sein, wie der bekannte Theatermagier Martin Zimmermann die Compagnie mit dem Familienstück «Ciao Ciao» in skurril-poetische Traumwelten führen wird.

Auch im Schauspiel steht mit Shakespeares «Ein Sommernachtstraum» ein ganz grosser Klassiker auf dem Spielplan, dem sich Leitungsmitglied Antú Romero Nunes annehmen wird. Und klassischer als bei Aischilos› «Die Perser» geht es gar nicht, handelt es sich bei diesem Antikriegs-Stoff doch um das älteste überlieferte Schauspiel überhaupt. Dieses wird die deutsch-iranische Regisseurin Sahar Rahimi inszenieren.

«Wilhelm Troll» und «Das Narrenschiff»

Dann aber ist bald mal Schluss mit der Klassiker-Schiene. Nicht weniger als sieben Uraufführungen stehen auf dem Spielplan des Sprechtheaters. Dieser erweist sich nicht zuletzt mit den «Persern», aber auch mit einem Stück über Internet-Trolle («Wilhelm Troll») oder mit der Dramatisierung von Sebastian Brandts «Das Narrenschiff» sichtlich bemüht, nahe an der realen Aktualität zu bleiben.

Alles in allem schält sich in der dritten Spielzeit der Ära von Peter eine Handschrift heraus, die unter dem Strich tunlichst vermeidet, als formal oder ästhetisch einheitliche Handschrift gelesen werden zu können. Das Theater ist vielmehr von der Neugierde und vom Willen geprägt, neue spannende Bühnenwelten zu entdecken.

Los geht es bereits am 3. September mit dem Schauspielprojekt «Wie alles endet» der chilenischen Theatermacherin Manuela Infante – eine Koproduktion mit dem Theaterfestival Basel. Am 15. September wird «Der Freischütz» dann den Startschuss in die eigentliche Saison abgeben, die insgesamt 28 Neuproduktionen bringen wird.

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