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Der Telebasel News-Beitrag vom 6. Mai 2022.
Basel

Basler Spitäler reagieren unterschiedlich auf Bethesda-Übernahme

Von einer Chance bis hin zu einem befürchteten Monopol: Die Übernahme des Bethesda Spitals durchs Unispital stösst bei Fachleuten auf gemischte Reaktionen.

Das Universitätsspital Basel möchte die Aktienmehrheit des Bethesda-Spitals übernehmen und künftig das gemeinsame Angebot vertiefen. Mit dem Zusammenschluss wollen die Spitäler auch ihre Fallzahlen erhöhen.

So überrascht die Region auf diese Nachricht auch reagierte: Bei den Spitalfachleuten schien sich diese Wendung bereits angekündigt zu haben. Das Universitätsspital Basel habe eine unterkritische Grösse, so Peter Eichenberger, Direktor des Claraspitals.

Er ist überzeugt davon, dass das Claraspital von der Übernahme sogar profitieren wird: «Wir gehören zu den Profiteuren, weil wir alle unsere Leistungen unter einem Dach profilieren und anbieten. Wir haben die ganze Onkologie hier, Brust und Bauch, Tumore und Kardiologie. Wir haben alles unter einem Dach und nicht an zwei Standorten», so Eichenberger.

Präsident der Belegärzte befürchtet Monopolisierung

Weniger begeistert ist Christoph Hollenstein, Präsident der Belegärzte beider Basel. Er befürchtet durch die Übernahme eine mögliche Monopolisierung des Universitätsspitals: «Ich hoffe wirklich im Namen des Patienten und der Patientin, dass weiterhin eine freie Spitalwahl gewährleistet ist und dass auch die Belegärzte weiterhin ihrem Job nachgehen können und nicht am Schluss ein Unispital-Koloss-Ableger entsteht.» Er höre immer wieder, dass viele Patienten nicht im Universitätsspital behandelt werden möchten. Hollenstein befürchtet, dass die gute Mentalität der Privatspitäler langsam zu Grunde gehe.

Das Claraspital teilt diese Befürchtungen nicht, auch wenn das Bethesda Spital bisher Teil der Privatspitälervereinigung war. «Künftig wird es wohl nicht mehr mit von der Partie sein. Insofern fehlt künftig ein Ansprechpartner auf der privaten Seite, aber es gibt ja noch ein paar andere, welche die Wahl- und Spitalfreiheit für die Patienten sicherstellen.»

Bethesda Spital stand unter Druck

Anders sieht es der Präsident der Belegärzte beider Basel. Christoph Hollenstein geht davon aus, dass das Bethesda Spital unter Druck gestanden habe, um solch einen Deal einzugehen. «Vielleicht macht es aus der Optik der Leitung des Bethesda Spitals Sinn. Aber ich glaube, für die Spitallandschaft, für die freie Spital- und Arztwahl ist das keine gute Richtung.»

Im Merian Iselin Spital nimmt man die Übernahme ebenfalls gelassen hin. Wie Stephan Fricker, CEO Merian Iselin Klinik, am Telefon gegenüber Telebasel erklärt, hätte er aber eine Übernahme des Bethesda Spitals durch einen Privatanbieter passender gefunden. Er denkt, dass die Situation sich bei den Spitälern nicht gross verändern wird. Die Konkurrenzstellung zwischen den beiden Basler Halbkantonen könnte sich laut seiner Einschätzung aber verschärfen. Auf Nachfrage erklärt das Kantonsspital Baselland allerdings, dass man sich keine Sorgen mache.

Weitere Reaktionen zur Übernahme des Bethesda Spitals sehen Sie im Studiogespräch mit Telebasel-Redaktorin Ariela Dürrenberger:

(Video: Telebasel)

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