Am Euroairport gilt seit Februar 2022 ein Flugverbot ab 23 Uhr für Frachtflugzeuge. (Archivbild: Keystone)
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Fluglärmbericht zum Euroairport genehmigt

Der Baselbieter Landrat hat am Donnerstag den Bericht der Fluglärmkommission grossmehrheitlich zur Kenntnis genommen.

Wegen der Corona-Pandemie und wegen personeller Engpässe Euroairport war es der Fluglärmkommission (FLK) nicht möglich, die Berichte für die Jahre 2019 und 2020 zu verabschieden. Deshalb hat die FLK die beiden Jahre in einem Bericht ausgewiesen, den der Landrat am Donnerstag mit 69 gegen 7 Stimmen bei 3 Enthaltungen zur Kenntnis nahm.

Die meisten Parteien waren mit dem Bericht zufrieden, auch wenn sie den Fluglärm beklagten wie beispielsweise die SVP: «Jeder Flieger, der einen aufweckt, ist einer zu viel».

Wesentlich kritischer äusserten sich Einzelsprecher von SP und Grünen, die den Fluglärm als «unerträglich» beurteilten und darauf pochten, dass die Sperrstunden eingehalten und nur selten Ausnahmen bewilligt würden.

Dabei wurde auch die Arbeit der FLK kritisiert: «Aus dem zahnlosen Tiger ist ein Schmusekätzchen geworden», kommentierte eine Landrätin der Grünen. Ein SVP-Landrat führte diese Wirkungslosigkeit darauf zurück, dass nur Gemeinden im Kanton Basel-Landschaft überflogen und mit Lärm belastet würden und keine des Kantons Basel-Stadt.

Zwei Berichte in einem

Die beiden Jahre «spiegeln zwei Extreme», wie die FLK schreibt: «Wurde im Jahr 2019 mit knapp 9,1 Millionen Passagieren ein Höchststand im Fluggastaufkommen erreicht, waren es im Jahr 2020 als Folge des Verkehrseinbruchs wegen der Covid-19-Pandemie nur noch rund 2,6 Millionen Fluggäste, die über den Euroairport reisten.»

Der Fluglärm zwischen 22 und 23 Uhr erreichte im Jahr 2019 in pistennahen Gebieten die Grenzwerte, wie es im Bericht der FLK heisst. Seit Februar 2022 gilt ein neues Nachtflugverbot für gewerbliche Flüge ab 23 Uhr.

Die zwei Ziele für die Jahre 2019/2020 konnten nur teilweise erreicht werden, wie die FLK in ihrem Bericht schreibt: Das auf Satelliten gestützte Flugnavigationsverfahren RNAV konnte eingeführt werden. Hingegen würden die Flugzeuge immer noch zu weit nach Süden anfliegen, was dort zu höhrere Lärmbelastung führe. Dieses zweite Ziel habe der Euroairport in beiden Jahren nicht erfüllt.

Die Zahl der lärmverursachenden Südanflüge sei wegen den Windverhältnissen über dem Schwellenwert von 8 Prozent: «In den Jahren 2019 und 2020 lag die Südlandequote mit 9 Prozent und 8,1 Prozent über dem unteren Schwellwert.» Sowie der Rückenwind mehr als 5 Knoten (entspricht 9 km/h) erreicht, müssen sie auf der Südpiste landen, wie die europäische Flugsicherung festlegte.

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