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Der Telebasel News Beitrag vom 23. April 2022.
Region

Erneut massives Zecken-Jahr befürchtet

Die warmen Temperaturen in der Schweiz begünstigen die Ausbreitung der Zecke. Der Bund empfiehlt, sich gegen die Hirnhautentzündung FSME zu impfen.

Der für Zecken geeignete Lebensraum hat sich in den letzten Jahren markant erhöht. Die Zahl der Zeckenstiche hat entsprechend sprunghaft zugenommen. Die Klimaerwärmung wirkt sich aus. In Zahlen ausgedrückt hat sich der Lebensraum für Zecken im Zeitraum zwischen 2009 und 2018 um über 4’000 Quadratmeter vergrössert. Das entspricht in etwa der doppelten Fläche des Kantons St. Gallen, wie die Suva in einer Mitteilung schreibt.

Impfung schützt vor FSME

Und es ist schnell geschehen. Beim Spazieren streift man hohe Gräser oder ähnliches und prompt macht es sich eine Zecke auf einem bequem. Bemerkt man das nicht, kann das ernsthafte gesundheitliche Konsequenzen haben, erklärt die Präsidentin des Basler Apothekerverbands Lydia Isler-Christ: «Das ist einerseits die sogenannte Borreliose. Ist natürlich auch unangenehm, aber ist wenigstens mit Antibiotika behandelbar.» Viel gefährlicher ist die sogenannte FSME – die Frühsommer-Meningoenzephalitis, eine Hirnhautentzündung. «Diese kann man nicht behandeln. Da kann man sich nur vorbeugend mit einer Impfung schützen», führt Isler-Christ aus.

Die Alpennordseite der Schweiz gilt als Hotspot für Zecken. Und die Lage spitzt sich zu. Laut einer Studie aus der Westschweiz gab es im Zeitraum 2017 bis 2021 jährlich rund 14’000 Zeckenbisse. Das sind 40 Prozent mehr gegenüber der Periode 2012 bis 2016. Eine Prognose für das laufende Jahr sei schwierig. Die kommenden Wochen könnten erste Hinweise darauf geben, ob 2022 ein Zeckenjahr werde. Gemäss Statistik habe der Monat April entscheidenden Einfluss auf die Zahl der Zeckenstiche. Sei er warm und sonnig, gebe es mehr Zecken.

Und auch die Zahl der FSME-Fälle steigt trotz Impfung. Unterdessen hat das Bundesamt für Gesundheit auch für sämtliche Kantone ausser dem Tessin und Genf eine FSME-Impfempfehlung abgegeben. Auch Kinder sind zur Impfung zugelassen.

(Bild: BAG/Telebasel)

Wie verhalte ich mich als Ungeimpfter bei einem Zeckenbiss?

  1. Die Zecke so schnell wie möglich entfernen.
  2. Sich die Stelle merken. Zum Beispiel durch einzeichnen oder ein Foto schiessen.
  3. Die Entwicklung während zwei Wochen beobachten.
  4. Je nach Symptomen muss man etwas unternehmen.

Die Symptome der Krankheit sind aber nicht sehr spezifisch und können wie bei einer Grippe von Kopfschmerzen bis Fieber reichen. Deshalb sollten betroffene Personen, die sich zwei Wochen nach dem Biss immer noch unwohl fühlen, zwingend einen Arzt aufsuchen.

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