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Der Telebasel News-Beitrag vom 21. April 2022.
Basel

«La Torre»-Besitzer verschandelt laut Nachbar eigenes Haus

Ein Hausbesitzer, der seine eigene Liegenschaft verschandelt. Ein Nachbar des ehemaligen «La Torre»-Restaurants auf dem Bruderholz hat diese Szenen beobachtet.

Eines Morgens hörte er plötzlich den Lärm einer Motorsäge. Lorenz Nägelin staunte nicht schlecht, als er seinen Balkon betrat. Wie er beobachten konnte, machte sich der Eigentümer der Nachbarsliegenschaft an den Bäumen im Garten zu schaffen. «Ich machte ihn darauf aufmerksam, dass der Baum geschützt ist», sagt Nägelin gegenüber Telebasel. «Leider verschmierte er auch die eigene Fassade mit roter Farbe».

Solche Szenen hat Lorenz Nägelin mehrmals beim ehemaligen Restaurant «La Torre» auf dem Bruderholz beobachtet. Der ehemalige Präsident der SVP Basel-Stadt und jetzt fraktionslose Bürgergemeinderat wohnt gleich nebenan. Wie er sagt, gehe der Eigentümer des verlotterten Hauses noch weiter. «Er begann, das Haus innen auszuhöhlen und Lüftungen herauszureissen. Und jetzt dort auf dem Dach oben hat es natürlich auch ein Loch, da regnet es ins Haus, das so durch die Feuchtigkeit kaputt geht», sagt der Anwohner. «Er hat auch die Fensterläden weggenommen, er zerstört sein Eigentum».

Ein Loch im Dach und kein Unterhalt

Die Schriftzüge auf den Wänden sind nicht neu, ebenso wenig der Verdacht, dass der Eigentümer dahinter steckt. Wie Lorenz Nägelin bezeugt, sei dieser schon mehrmals hier aufgetaucht, um selbst an seinem Grundstück Hand anzulegen. «Ich habe ihn darauf angesprochen, er ist dann sehr wortkarg, läuft davon oder hat teilweise auch ein bisschen aggressiv reagiert. Ich habe das Gefühl, dass es in Richtung Wutbürger geht, der gegen den Staat kämpft», sagt Nägelin.

Die bizarren Vandalen-Akte sind nur ein Teil eines mittlerweile zweijährigen Rechtsstreits zwischen dem Liegenschaftsbesitzer und dem Kanton. Ersterer wehrt sich dagegen, dass das «La Torre» unter Denkmalschutz gestellt wird. Dies würde nämlich seinem Vorhaben, das Haus abzureissen und durch einen Neubau zu ersetzen einen Strich durch die Rechnung machen. Im November 2021 blitzte er mit seinem Rekurs beim Verwaltungsgericht ab. Daraufhin beschloss er, das Urteil bis vors Bundesgericht zu ziehen.

Eigentümer will sich nicht äussern

Ein Urteil steht noch aus, doch diese Woche hat das Gericht schon mal eine Zwischenverfügung veröffentlicht. Diese lehnt ein Gesuch des Eigentümers um aufschiebende Wirkung ab. Somit muss er sich bis zum definitiven Urteil weiterhin um den Unterhalt des Gebäudes kümmern. Davon ist jedoch keine Spur, wie der marode Zustand der Liegenschaft zeigt. Dabei gehen aber nicht alle Schmierereien am Haus auf den Besitzer zurück. Wie Lorenz Nägelin erzählt, habe das verwahrloste Gebäude auch andere Sprayer angezogen. Diese hätten dann im gleichen Aufwisch noch beim Nachbarshaus ihre Spuren hinterlassen.

Weshalb der Hausbesitzer mutmasslich selbst Vandalen-Akte an der eigenen Liegenschaft durchführt und was er sich davon erhofft, ist nicht klar. Telebasel hat den Eigentümer per Telefon angefragt, ob er seine Sichtweise auf diesen Rechtsstreit erklären könnte. Dieser wollte dazu aber nichts sagen und legte den Hörer wieder auf.

2 Kommentare

  1. Seh ich genauso. Ist ja echt kein spezielles Gebäude und vorallem ist SEIN Grundstück. Wenigstens da soll er tun und lassen können, was ihm gefällt.Report

  2. Nach der fragwürdigen Posse seitens des unglaubwürdigen Quartiervereins und teilweise überflüssigen «Heimatschutzes» würde ich genau gleich handeln, wie der Eigentümer. Da geht es um etwas ganz anderes. Recht hat er, wenn er diese Hütte total verfallen lässt. Urteil hin oder her. Soll sich die noble Gesellschaft dort oben nur an dem schönen Anblick erfreuen. Denn mitschuldig sind sie an der verfahrenen Situation. Notfalls kann man es ja wie die illegal abgerisse Villa in Sissach machen. Punkt.Report

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