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Der Telebasel Newsbeitrag vom 19. April 2022.
Basel

Jungparteien fahren Kampagne gegen Lex Netflix

Die Jungfreisinnigen, die JGLP und die JSVP sprechen sich gegen das Filmgesetz aus. Netflix könnte den Kinos die Filme wegkaufen. Was sagt das Kult Kino dazu?

Die Jungfreisinnigen, die junge GLP und die junge SVP sind sich einig, dass das Filmgesetz, umgangssprachlich «Lex Netflix», abgelehnt werden sollte. Die drei Jungparteien ergriffen damals auf Bundesebene auch das Referendum und sammelten Unterschriften.

«Das Anliegen der Jungen»

«Ich glaube mit dem Kampf gegen diese Vorlage tragen wir auch das Anliegen von Jungen in die Politik. Wir sehen, dass die Mehrheit der Jungen die Vorlage ablehnt. Ich glaube, deshalb gehen wir auch so geschlossen gegen die Vorlage vor.» Jonas Lüthys Kampfansage ist deutlich. Das lässt das Vorstandsmitglied der Baselstädter Jungfreisinnigen auch in der Medienmitteilung durchblicken, die einen Zusammenschluss der drei Jungparteien zum Filmgesetz kommuniziert. Lex Netflix bedeute nur eines: grosse Einschränkungen, meint Melina Käser, Parteipräsidentin der jungen GLP Beider Basel.

«Zum einen ist es schwierig für KonsumentInnen das nachzuvollziehen, wieso sie jetzt höhere Abogebühren zahlen sollten. Wenn jemand ein Abo bei Netflix löst, will er oder sie das schauen, was dort angeboten wird. Und nicht eine Quote, die 30 Prozent europäischer Filme fordert. Wir finden das ist ein enormer Eingriff in den freien Markt und sehen nicht ein, wieso man das einschränken müsste», erklärt Melina Käser.

«Geld bedeutet keine Qualitätssteigerung»

Lex Netlix will, dass es mehr Schweizer Filme zu streamen gibt. Die junge SVP zweifelt aber daran, dass jene dann öfter geschaut werden. Ihr mangelt es an Qualität, erklärt Präsidentin Demi Hablützel: «Nur weil mehr Geld investiert wird, heisst es nicht, dass die Qualität der Produktionen auch steigt. Es gibt auch keine Qualitätsanforderungen.»

Wie sieht es bei den Kinos aus?

Netflix und andere Streamingdienste wären durch das neue Filmgesetz gezwungen, in den Schweizer Film zu investieren. Das beflügelt Spekulationen in der Politik: «Das Risiko besteht ganz klar, dass bestehende Produktionen aufgekauft würden. D.h. dass gute Schweizer Filme vielleicht gar nie einen Kinostart hätten», so Lüthy. Für den Jungfreisinnigen ist der Fall klar, dass dies den Kinos schaden würde. «Der Schweizerische Kinoverband äussert sich explizit nicht zur Vorlage. Auch KonsumentInnen, die den Schweizer Film eher im Kino anschauen werden, ist damit kein Dienst erwiesen.»

Kult Kino relativiert: «Die Vorlage zielt an den Kinos vorbei»

Ein Kino, das davon betroffen sein könnte, ist das Basler Kult Kino. Co-Geschäftsleiter Tobias Faust relativiert: Die Vorlage ziele nämlich an den Kinos vorbei, mache aber die schwierige Situation, die sie sowieso schon besteht, auch nicht schlimmer. «Es ist tatsächlich nicht einfach, aber dafür braucht es das Gesetz nicht.» Es passiere heute schon, dass Netflix und andere Streamingangebote einen Strukturwandel herbeiführten. «Netflix möchte alleine im deutschsprachigen Raum 500 Millionen investieren. Diese Ansage ist jenseits vom Filmgesetz bedrohlich für uns.»

Abgestimmt über d Lex Netflix wird am 15. Mai.

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