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Der Telebasel News-Beitrag vom 17. April 2022.
Basel

Wer kümmert sich um einsame Menschen?

Ostern bedeutet auch Zeit mit der Familie und Freunden – aber nicht für alle. Immer mehr Menschen sind von Einsamkeit betroffen. Diese Organisationen helfen.

Gerade während der Feiertage wird vielen bewusst, dass es nicht selbstverständlich ist, im Kreise der Familie und mit Freunden Zeit zu verbringen. Die Zahl der Menschen in Einsamkeit wächst stetig. Zwei Organisationen, die ganz unterschiedliche Ansätze haben, möchten Betroffenen helfen.

Altersarbeit dort, wo sie benötigt wird

Es ist Donnerstagmorgen und die Sonne scheint Nicole Tschäppät ins Gesicht. Sie steht lächelnd auf der Wiese neben der Migros beim Eglisee und unterhält sich mit einem älteren Mann. Hinter ihr stehen drei Stühle, auf denen man Platz nehmen darf, sollte ein Gespräch doch etwas länger dauern. Nicole Tschäppät ist Mitglied des Vereins Fundus, der in Basel mobile Altersarbeit leistet.

Der Verein kümmert sich im Hirzbrunnen-Quartier um Menschen über 85 Jahre, die nicht mehr in der Gesellschaft vernetzt sind. «Ich bin hier, um älteren Menschen die Möglichkeit zu geben, über ihr Wohlbefinden zu sprechen.» Wenn die SeniorInnen weitere Hilfe benötigen, macht Tschäppät auch Hausbesuche. «Dort mache ich mir ein Bild von der Lebens- und Wohnsituation und mache dann Vorschläge, an welche Organisationen sie sich wenden können,» sagt sie. «Wenn die älteren Menschen nicht mehr in der Lage sind, sich mit den Hilfsangeboten auseinanderzusetzen, bilde ich die Brücke dazu», so Tschäppät.

Plaudern gegen die Einsamkeit

Auch der Verein «Mein Ohr für Dich» zielte anfangs auf ältere Menschen ab. Mittlerweile sind die meisten NutzerInnen der Dienstleistung zwischen 30 und 40 Jahre alt. Die Rede ist von einer Telefonnummer, die gratis angerufen werden kann. In den Gesprächen kommen verschiedene Alltagsthemen auf, sagt die Vereinsgründerin Daniela Goetschel-Schnizer. «Die Themen, die besprochen werden, sind unterschiedlich. Es geht um die Arbeit oder um Beziehungsprobleme, aber auch Dinge, die die Menschen sonst gerade beschäftigen», sagt Philippe Goetschel, der Co-Präsident des Vereins.

Am Telefon sind freiwillige Mitarbeitende. Bevor sie ihren ersten Telefondienst übernehmen, werden sie geschult. Kommen besondere Situationen auf, die mehr Unterstützung brauchen, haben die Mitarbeitenden eine Triage-Liste mit allen nötigen Notfallnummern des Kantons, auf die verwiesen werden kann. Zudem, so Goetschel-Schnizer, sei sie auch immer erreichbar, sollte es zu einer heiklen Situation kommen.

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