Hierzulande bringt der Osterhase die Eier – in Australien läuft ihm ein anderes Tier allmählich den Rang ab. (Bild: Keystone)
International

Kuriose Osterbräuche aus aller Welt

In Irland werden Heringe begraben, in Polen gibt es Wasserschlachten und in Australien ersetzt der Bilby den Osterhasen. Eine Auswahl an kuriosen Osterbräuchen.

Irland: Das Heringsbegräbnis

In Irland werden am Ostersonntag Heringe zu Grabe getragen. Der Hintergrund dieses symbolischen Begräbnisses: Es zeigt, dass die strenge Fastenzeit, in der kein Fleisch und meist nur Fisch gegessen werden darf, nun zu Ende ist. Oftmals werden die Heringsbegräbnisse von Metzgern angezettelt, die sich wohl auch darüber freuen dürften, endlich wieder mehr Fleisch und Wurst zu verkaufen.

Heringe sind ein beliebtes Nahrungsmittel während der Fastenzeit. (Bild: Keystone)

Australien: Der Osterhase kriegt Konkurrenz

Bei uns bringt der Osterhase die Eier. In Australien sind Hasen aber weniger beliebt. Eingeschleppte Kaninchen wurden dort sogar zur Plage. Ein kleines Beuteltier, das in Australien einheimisch ist, hoppelt dem Osterhasen deshalb langsam den Rang ab: der Kaninchennasenbeutler – auch «Bilby» genannt. Der Bilby wird auch gerne in Form von Schokoladen-Bilbys vernascht.

Der australische Bilby ersetzt in Australien oftmals den Osterhasen. (Bild: Keystone)

Bermudas: Buntes Drachensteigen am Strand

Auf den Bermuda-Inseln lässt man am Karfreitag Drachen fliegen. Es heisst, dass ein Lehrer einem Schüler im Unterricht einst von Ostern und der Auferstehung Christi erzählte. Doch die Kinder konnten sich darunter nichts vorstellen. Deshalb baute er kurzerhand einen Drachen in Form eines Kreuzes und liess ihn steigen. Daraus wurde eine Tradition, die die InselbewohnerInnen bis heute beibehalten haben.

Polen: Eine riesige Wasserschlacht

In Polen geht es am Ostermontag nass zu und her. Dann ist nämlich «Śmigus-Dyngus». Dabei begiessen junge Männer junge Frauen auf der Strasse mit Wasser. Aber auch Kinder dürfen die Erwachsenen mit Wasser begiessen. Was früher noch ein massvolles Bespritzen war, ist mittlerweile vielerorts ausgeartet und zu einer regelrechten Wasserschlacht geworden. Am «nassen Montag» werden alle Register gezogen: Es wird mit Wasserpistolen, gefüllten Eimern und Flaschen, Wasserballons und vielem mehr hantiert. Oft ist dieser Tag in Polen jener mit dem grössten jährlichen Wasserverbrauch.

In Polen muss man am Ostermontag damit rechnen, mit einem Eimer voller Wasser begossen zu werden. (Bild: Keystone)

USA: Eierrollen beim Weissen Haus

Am Südrasen des Weissen Hauses in Washington findet jeden Ostermontag ein traditionelles Fest statt. Beim «Easter Egg Roll» («Ostereier-Rollen») dürfen Kinder bis 13 Jahre teilnehmen. Ihre Aufgabe: gekochte Eier mit langstieligen Löffeln sicher einen Parcours entlangschubsen. Gewonnen hat, wer die Strecke am schnellsten bewältigt – natürlich ohne das Ei zu zerbrechen.

Eierrollen vor dem Weissen Haus in Washington. (Archivbild: Keystone)

Norwegen: Krimis ohne Ende

In Norwegen erkennt man anhand der Buchläden, dass die Osterzeit begonnen hat. Autoren bringen an Ostern gerne ihren neuen Thriller heraus und auch im Fernsehen sind vermehrt Krimiserien und Detektivgeschichten zu sehen. Bei den NorwegerInnen erfreuen sich die packenden Lektüren zu dieser Zeit grösster Beliebtheit. Über die Jahre wurden die «Påskekrims» («Osterkrimis») so zur festen Ostertradition.

An Ostern greift man in Norwegen gerne zu einem packenden Krimi oder unheimlichen Thriller. (Bild: Unsplash)

Zürich: Zwänzgerle

Dieser Brauch dürfte einigen bekannt sein: das «Zwänzgerle» – ein Osterbrauch der Stadt Zürich. Am Ostermontag tummeln sich Kinder und Erwachsene in der Zürcher Altstadt. Sie haben gekochte Eier und 20-Rappen-Stücke dabei. Beim «Zwänzgerle» geht es nämlich darum, die «Zwanzgerli» so auf die von den Kindern entgegen gehaltenen Eier zu werfen, dass die Münzen darin stecken bleiben. Gelingt das, darf der Werfer das Ei und das Geld behalten. Dass dies nahezu unmöglich ist, freut die Kinder. Sie dürfen die 20 Rappen nämlich in den eigenen Sack stecken, wenn das Geldstück zu Boden fällt.

«Zwänzgerle» – die Zürcher Variante des Eiertütschens. (Bild: Keystone)

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