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Der Telebasel Talk vom 12. April 2022.
Schweiz

Was nützt jetzt Friedensforschung noch, Herr Goetschel?

Seit dem 24. Februar überfällt Russland die Ukraine: Was kann die Friedensforschung ausrichten? Im Talk: Der Basler Politikwissenschaftler Laurent Goetschel.

Laurent Goetschel ist Professor für Politikwissenschaft an der Universität Basel und Direktor der Schweizerischen Friedensstiftung (swisspeace). Noch im Januar fand unter seiner Leitung ein Friedensforum in Basel statt: Internationale Fachleute erörterten, wie Städte friedensbildend wirken und wie wir positiv mit unseren Emotionen in den sozialen Medien umgehen können. Im Telebasel-Talk sprach er über die potenzielle Friedensarbeit im Journalismus. 

Kriegsverbrechen und Gräueltaten

Seither ist die Welt eine andere: Russland hat die Ukraine mit Truppen, Raketen und Panzern überfallen. Täglich erhalten wir Meldungen: Nicht nur über Kriegshandlungen, sondern auch über Kriegsverbrechen, Gräueltaten, wie Vergewaltigungen, Bombardements von Wohnhäusern – und einer (russischen) Hass-Rhetorik, die Angst und Entsetzen auslöst. Die Lage: tausende Tote, zerstörte Städte und Millionen Menschen auf der Flucht. Ein Ende ist nicht abzusehen. Die NATO rechnet mit einer erneuten russischen Grossoffensive.

Konflikte eskalieren häufiger zu Kriegen

Mittlerweile hat swisspeace erneut ein Panel mit prominenten Fachleuten durchgeführt, letzte Woche in der Kaserne. Eingeladen war auch Sergi Kapanadze, früherer Vizeaussenminister Georgiens.

Der Professor für Internationale Beziehungen an der Ilia State University in Tiflis erteilte der «Friedensforschung as usual» eine Absage. Die Basler Zeitung fasste seine Aussagen zusammen: «Sollte Russland den Krieg gewinnen, würden sich die Spielregeln der Friedensförderung komplett verändern. Schon heute müsse auch befürchtet werden, dass die geopolitische Situation nach dem Krieg eine andere sei. (…) Auch die Genfer Friedensforscherin Hellmüller äusserte sich im Lichte der neuen geopolitischen Entwicklung wenig optimistisch. Friedensförderung sei schwierig geworden. Immer häufiger würden Konflikte mit Kriegen gelöst».

In einem Bajour-Interview plädierte Laurant Goetschel am 10. März noch für eine Lösung am Verhandlungstisch. Sieht er am 12. April noch die Chance dazu gegeben?

Im Talk: Laurent Goetschel, Professor für Politikwissenschaft an der Uni Basel, Direktor Schweizer Friedensstiftung.

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