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Der Telebasel News-Beitrag vom 7. April 2022.
Basel

So werden ukrainische Flüchtlinge in den Schulen integriert

155 aus der Ukraine geflüchtete Schülerinnen und Schüler sind bis jetzt in Einstiegsgruppen oder Regelkassen der Basler Volksschule untergebracht.

Und täglich kommen neue SchülerInnen hinzu. Bislang konnten die Schulen den Ansturm dank grossem Engagement gut bewältigen.

Willkommen heissen und rasch sowie möglichst niederschwellig integrieren, laute die Devise bei der Aufnahme von Schülerinnen und Schülern, die mit dem Flüchtlingsstrom in den Kanton Basel-Stadt gelangen, sagte der Basler Erziehungsdirektor Conradin Cramer (LDP). Er hatte die Medien am Donnerstag, 7. April, zu einem Augenschein in die Sekundarschule Holbein eingeladen.

Elf Schulkinder im Alter von 12 bis 15 Jahren zählt die Einstiegsgruppe im Schulhaus, die sich in erster Linie auf das Erlernen der deutschen Sprache konzentriert. Sieben stammen aus der Ukraine, zwei aus Afghanistan und je eine Schülerin aus Tansania und Italien. Auf der Wandtafel prangen die Willkommensgrüsse in den Muttersprachen Ukrainisch, Pashto und vielen weiteren Sprachen.

Nach schulischen Leistungen beurteilt

Die Schülerinnen und Schüler werden individuell nach ihren schulischen Leistungen beurteilt, um sie dann in die richtigen Klassen einzuteilen, sagt Conradin Cramer. «Es gibt solche, die schon Deutsch oder Englisch können, diese können direkt in die Regelklassen eingeteilt werden. Andere mit weniger guten Deutsch-Kenntnissen werden Einsteigerklassen zugeteilt. Das Ziel ist es aber, die Schülerinnen und Schüler schnellstmöglich in Regelklassen zu integrieren», erklärt Cramer.

«Am Anfang empfand ich es schon als grosse Herausforderung», sagt Klassenlehrerin Edita Nuredini. Sie habe an einem Montag mit vier Schülerinnen und Schülern begonnen, bis Freitag sei die Zahl bereits auf elf angewachsen: «Ich musste quasi jeden Tag wieder von Neuem beginnen».

Mittlerweile habe sich der Unterricht aber gut eingespielt, sagt sie. Sie sei überrascht, wie schnell die Schülerinnen und Schüler Fortschritte zeigten. Und sie sei über die Solidarität der anderen Schülerinnen und Schüler sehr erfreut. Trotzdem gibt es Tage, an denen sie merke, dass es den Schülerinnen und Schüler aus den Kriegsgebieten nicht gut geht. Die Herausforderung sei dann richtig zu reagieren, sagt Edita Nuredini. «Ich versuche immer wieder, das Gespräch mit ihnen zu suchen. In solchen Situationen sind auch SozialarbeiterInnen dabei, die zur Seite stehen», so die Klassenlehrerin.

An diesem Donnerstag ging es darum, in Gruppen über Bildkärtchen Berufe oder Krankheiten auf Deutsch benennen zu können, wobei der Unterricht von den vielen anwesenden Medienleuten doch arg gestört wurde.

Täglich kommen neue Schülerinnen und Schüler

Über 200 Schülerinnen und Schüler vom Kindergarten- bis zum Sekundarschulalter aus der Ukraine seien in Basel-Stadt bereits gemeldet, sagte Conradin Cramer. 133 von ihnen besuchten in der Stadt, 22 in der Gemeinde Riehen den Unterricht in diversen Schulhäusern, bei den anderen seien noch Abklärungen am Laufen.

Es handle sich um eine sehr dynamische Situation, die schwer einschätzbar sei, so Cramer weiter. Täglich kämen mit den rund 20 neu eintreffenden Flüchtlingen neue Schülerinnen und Schüler hinzu; wie lange diese hier bleiben werden, sei nicht absehbar.

Die Schulleiterin Susanne Huber sagte, dass die meisten Schülerinnen und Schüler aus der Ukraine über einen guten schulischen Hintergrund verfügten. Eine Schülerin mit guten Deutsch-Kenntnissen und zwei Schüler mit sehr guten Englisch-Kenntnissen habe man direkt in progymnasialen Regelklassen unterbringen können.

Nicht immer falle es den Schülerinnen und Schülern leicht, sich in Basel zurechtzufinden, sagte Huber weiter. Man dürfe nicht vergessen, dass viele der Väter sich im Heimatland im Kriegsdienst befänden, was psychisch sehr belastend sein könne. Gefordert ist deshalb auch der schulpsychologische Dienst, der in diesen Fällen zum Einsatz kommt.

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