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Der Telebasel News Beitrag vom 6. April 2022.
Baselland

So wohnen ukrainische Kriegsflüchtlinge im Spital Laufen

Aufgrund des massiven Flüchtlingsstroms stellt der Kanton Baselland das ehemalige Spital Laufen als kurzfristige Unterkunft zur Verfügung.

Platz für 150 Menschen bietet das ehemalige Kantonsspital Laufen. Eine Unterkunft, die dringend gebraucht wird, um die Baselbieter Gemeinden zu entlasten, sagen die Verantwortlichen am Mittwoch am Medienrundgang. Diese sind durch den Flüchtlingsstrom massiv gefordert. Rund 80 Prozent aller Flüchtlinge sind zur Zeit privat untergebracht.

«Die Leute hier in der Schweiz sind sehr nett»

Oksana ist eine von rund 30 Flüchtlingen, die seit Montag im Spital Unterschlupf gefunden haben. Die 25-Jährige ist aus Sumy geflüchtet, einer Grossstadt im Nordosten der Ukraine, aus welcher erst kürzlich Zivilisten durch Fluchtkorridore in Sicherheit gebracht werden konnten. «Ich fühle mich so gut. Die Leute hier in der Schweiz sind sehr nett. Es ist endlich ruhig, kein Krieg mehr.» Oksanas Mann und ihre Eltern sind noch in der Ukraine. Jeden Tag wartet sie auf Lebenszeichen von ihnen.

«Die Flüchtlinge sind sehr müde»

Das Spital Laufen soll lediglich als kurzfristige Unterkunft dienen. Die Bewohner sollen schnellstmöglich in den Gemeinden oder privat untergebracht werden. Wichtig sei es jedoch, den Flüchtenden in Laufen einen schönen Empfang zu bieten, sagt Leiterin Franziska Knoll: «Sie sind müde und froh, wenn sie hier ankommen. Sie brauchen eine Pause, denn nach ein paar Tagen geht es für sie wieder weiter. Sie können hier Kraft tanken.»

Wie lange kann der Kanton Flüchtlingsstrom stemmen?

Der Telebasel News Beitrag vom 6. April 2022. (Video: Telebasel)

Neben der Unterkunft sollen die Flüchtlinge auch Arbeitsplätze finden. Kinder sollen zur Schule gehen. Bis jetzt sind rund 1’200 Flüchtlinge im Kanton Baselland registriert. Die Tendenz ist steigend.

Noch habe man die Situation im Griff, sagt Regierungsrat Anton Lauber am Medienanlass: «Klar, es ist keine einfache Situation. Wir bekommen auch von Privaten immer noch Angebote, die Häuser haben.»

Kantonales Sozialamt stark ausgelastet

Auch für das Kantonale Sozialamt stellt die aktuelle Situation eine grosse Herausforderung dar. Zwei Drittel des Personals seien ausgelastet, sagt Leiter Fabian Dinkel: «Es sind 1’166 Flüchtlinge, die aktuell im Baselbiet registriert sind. Das sind vier Mal so viele, wie der Kanton im ganzen letzten Jahr zugewiesen bekommen hat. Kurzfristig funktioniert das noch so. Wenn die Zahlen jedoch weiter steigen, muss man die Situation nochmals anschauen.»

Neben weiteren Unterbringungsmöglichkeiten, sucht der Kanton Basel-Landschaft aktuell mit Hochdruck nach Lehrern und Lehrerinnen, die ukrainische Flüchtlingskinder unterrichten könnten.

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