Featured Video Play Icon
Der Telebasel News Beitrag vom 4. April 2022.
Basel

Gesundheitsexperten ziehen Lehren aus Pandemie

Die Corona-Pandemie hat die Stärken und Schwächen des Gesundheitssystem aufgedeckt. Experten haben sich an der Future Health Basel 2022 darüber ausgetauscht.

Krisen führen zu Veränderungen und fordern neue Entwicklungen. Das haben die letzten beiden Pandemie-Jahre mehr als deutlich gemacht. Auch die beiden Vorsteher des Gesundheitsdepartements Basel-Stadt und Baselland wurden für ihre Entscheidungen in den letzten zwei Jahren häufig kritisiert. Der städtische Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger zieht eine überwiegend positive Bilanz, sieht aber auch Handlungsbedarf. «Wir sollten die Digitalisierung und allgemein den Umgang mit den Gesundheitsdaten ansprechen. Wir müssen neu aushandeln, was für Daten wir über unsere Gesundheit zur Verfügung stellen, damit die dann anonymisiert schnell in der Forschung verarbeitet werden können für den medizinischen Fortschritt», so Engelberger.

Swissmedic gab während der Pandemie schnell grünes Licht für die Impfstoffe. Das könnte teilweise als positiver Aspekt der Pandemie gesehen werden. «Aber man darf während einer normalen Medikamentenentwicklung nicht von den bewährten Wegen abweichen, denn es braucht zur Sicherheit dieser Wirkstoffe auch die entsprechenden klinischen Tests und Studien, die sich auch bewährt haben. Letztlich geht es um Menschenleben und wenn es zu viele und schwere Nebenwirkungen gibt, ist es eigentlich nicht zu verantworten», sagt Thomas Weber, Vorsteher der Gesundheitsdirektion des Kantons Basel-Landschaft. Im Falle der Pandemie habe sich die Methode jedoch bewährt.

Pandemie als Wendepunkt

Unter dem Motto «Beschleunigung des Gesundheitssystems – die Pandemie als Wendepunkt» trafen sich nationale und internationale Expertinnen und Experten aus dem Gesundheitswesen. Vor Ort war auch Europa-Chef von Moderna Dan Staner. Sein Unternehmen wurde innerhalb kürzester Zeit wegen dem mRNA-basierten Covid-19-Impfstoff weltweit bekannt. Staner ist überzeugt, dass die gewonnene Technologie den weltweiten Markt längerfristig verändern wird. «Das Schöne an der mRNA-Plattform ist, dass unser Plan, den wir zum Beispiel in der Schweiz in Visp haben, morgens mit den gleichen Maschinen, mit den gleichen Geräten, mit den gleichen Leuten, mit dem gleichen Auszubildenden verwendet werden kann.» Somit könnte am Vormittag an einem Covid-19-Impfstoff geforscht werden und am Nachmittag bereits an einer neuartigen Grippeimpfung.

Moderna selbst hat aktuell rund 70 Produkte in der Pipeline, mit denen beispielsweise Erkrankungen wie Krebs, Atemwegs- und zahlreiche weitere Beschwerden angegangen werden können. Der Fokus von Moderna wird auch künftig im Bereich der Impfstoffe liegen. Das Unternehmen begründet diese Entscheidung damit, dass seit 1980 weltweit über 80 neue Viren entdeckt wurden. Bei einigen dieser Viren drohe nämlich eine corona-ähnliche Pandemie, weswegen es wohl auch künftig flexible Impfstoffe brauchen wird, so Staner.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*

Mehr aus dem Channel