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Schweiz

So fährt die Schweiz am ersten Tag ohne Maskenpflicht

Nach dem Ende der Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr haben zwar viele Fahrgäste auf die Maske verzichtet. Eine beachtliche Minderheit trug sie aber weiter.

Den SBB und dem ganzen öffentlichen Verkehr waren in der Covid-19-Pandemie die Passagiere abhanden gekommen. Grund hierfür bildeten zum einen die Arbeit im Homeoffice und andere Faktoren. Hinzu kamen jene, die für Arbeitsweg und in der Freizeit vermehrt aufs Privatfahrzeug setzten.

Bis Freitagnachmittag liessen sich noch keine Umsteigeeffekte ausmachen. SBB-Mediensprecher Daniele Pallecchi sagte am Freitagmittag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, «überraschend viele» Kundinnen und Kunden hätten am Morgen in den Zügen weiterhin Masken getragen. Das dürften sie ja auch. Gemäss den bei ihm eingetroffenen Rückmeldungen sei der Übergang ruhig verlaufen.

Seitens der BLS teilte Sprecher Stefan Locher mit, ein Grossteil der Reisenden sei ohne Maske unterwegs. Ob sich deren Wegfall auf die Kundenfrequenz auswirkte, wusste er noch nicht.

Postauto, wie die SBB Systemführer bei den Corona-Massnahmen des öffentlichen Verkehrs, stellte fest, dass am Morgen ein Viertel bis ein Drittel der Fahrgäste weiterhin eine Maske trugen. Wie Mediensprecher Urs Bloch mitteilte, ist es für Angaben zum Passagieraufkommen zu früh.

Mehr Passagiere bei Regen

Wegen mangelnder Daten konnten auch die städtischen Verkehrsbetriebe keine Angaben zu eventuellen Umsteigeeffekten durch den Fall der Maskenpflicht machen. Bernmobil in der Bundeshauptstadt wollte die Erfahrungen erst auswerten. Bis in einer Woche sollten erste Erkenntnisse über das Kundenverhalten vorliegen.

Die Zürcher Verkehrsbetriebe schätzten, dass rund ein Drittel ihrer Fahrgäste in den Bussen und Trams noch mit Maske unterwegs waren, wie Mediensprecherin Daniela Tobler mitteilte. Gemäss Benjamin Schmid, Sprecher der Basler Verkehrs-Betriebe (BVB), äusserten sich Kundinnen und Kunden auf den sozialen Medien sowohl erleichtert über den Wegfall als auch skeptisch.

Sämi Deubelbeiss von den Verkehrsbetrieben Luzern teilte mit, dass noch etwa zehn Prozent der Fahrgäste eine Maske trugen. Viele drückten ihre Erleichterung über den Wegfall der Maske aus. Und mehr Leute waren in den Stadtbussen und anderen Angeboten auch unterwegs. Aber das sei bei Regenwetter immer der Fall, schrieb Deubelbeiss.

In Genf schätzte François Mutter von den dortigen Verkehrsbetrieben den Freitag als Übergangstag ein. Aufgrund einer Umfrage unter den Kontrolleurinnen und Kontrolleuren ging er für den Morgen im Stadtnetz von 15 bis 20 Prozent Passagieren mit Schutzmaske aus.

Im Regionalverkehr trug zunächst die Hälfte den Schutz. Als die Kundinnen und Kunden feststellten, dass das Personal unmaskiert war, hätten im Verlauf des Tages viele ihre Masken ausgezogen, sagte Mutter.

Bei den Lausanner Verkehrsbetrieben trug nach Angaben von Alexandra Gindroz die Hälfte der Beförderten die Maske. Auf Twitter war aus Lausanne gar zu lesen: «Mein Bus rebelliert. 80 Prozent tragen eine Maske.»

Maskenpflicht im Ausland

SBB-Sprecher Pallecchi wies besonders im Hinblick auf Ostern eindringlich darauf hin, dass grenzüberschreitend sowohl im Regional- als auch im internationalen Verkehr weiterhin Covid-19-Vorschriften gelten.

So müssen Reisende nach Deutschland einen 3-G-Nachweis erbringen und dort im öffentlichen Verkehr eine FFP2-Maske tragen. In Frankreich selbst herrscht keine Zertifikatspflicht mehr. Bei der Einreise ist das Zertifikat allerdings vorzuweisen. Zudem gilt im öffentlichen Verkehr «Maske auf».

Italien verlangt ein 2-G-Zertifikat samt FFP2-Masken. Zur Einreise braucht es das neben dem Covid-Zertifikat eine Selbstdeklaration. In Österreich ist zur Einreise neben dem Zertifikat ein Test vorzuweisen. Zudem gilt eine weitgehende Maskenpflicht.

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