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Der Telebasel News Beitrag vom 1. April 2022.
Basel

Raphael Suter: «Josef Helfenstein hat sehr viel sehr gut gemacht»

Während seiner Amtszeit hat der scheidende Direktor des Kunstmuseums Basel, Josef Helfenstein, auch bei anderen aus der Kunstszene Eindruck hinterlassen.

Ende 2023 ist Josef Helfensteins Amtszeit als Direktor des Kunstmuseums vorbei. Der Nachfolger von Bernhard Mendes Bürgi hat während seiner 30-jährigen Karriere über einen umfassenden Leistungsausweis als Museumsdirektor, Ausstellungsmacher und Kunstwissenschaftler verfügt.

Dies hat auch bei anderen aus der Kunstszene Eindruck hinterlassen. Raphael Suter, Direktor der Kulturstiftung Basel H. Geiger ist überzeugt, dass Josef Helfenstein viel dazu beigetragen hat, Basel als Kunststadt noch bekannter zu machen. «Er hat Künstler hierher geholt, welche nicht unbedingt im gängigen Rahmen der ganz grossen Klassiker genannt werden», so Suter. Natürlich habe Helfenstein auch Künstler nach Basel gelockt, die von einem Kunstmuseum zu erwarten sind. «Ich denke beispielsweise an William Kentridge, Kara Walker oder jetzt auch Louise Bourgeois kuratiert von Jenny Holzer. Das sind fantastische Ausstellungen, die wirklich Weltklasse sind.»

Hauseigene Sammlung in Szene gesetzt

Josef Helfenstein ist als Direktor des Kunstmuseums Basel dafür bekannt, die hauseigene Sammlung zu präsentieren. «Er hat viel mit der Sammlung gespielt. Das Kunstmuseum hat eine hochkarätige Sammlung, die in der Welt einmalig ist. Deshalb sollte man sie auch bespielen. Und das hat er grossartig gemacht», sagt Suter im Interview mit Telebasel.

Noch bleiben dem scheidenden Direktor knapp zwei Jahre, bevor er das Kunstmuseum Basel verlässt. Er selbst ist zwar nicht in die Nachfolge involviert, hat aber in Interviews angedeutet, dass er wohl eher eine Frau bevorzugen würde. «Das Kunstmuseum Basel hat eine Männer-Lastigkeit. Dass wir jetzt eine anderen Blick in das Museum werfen können, dank dem Blick der Frauen, finde ich wahnsinnig wichtig», sagte Helfenstein gegenüber Telebasel.

Direktion weiblich und jünger?

Raphael Suter macht sich ebenfalls für eine Frau als neue Direktorin des Kunstmuseums Basel stark. Er merkt aber auch an, dass die drei letzten Direktorien mit der Pensionierung geendet haben. «Es müsste auch jemand jüngeres sein. Also nicht jemand, der bereits über 50 ist und nur noch etwa 12 Jahre bleiben kann», sagt der Direktor der Kulturstiftung Basel H. Geiger. Eine jüngere Direktion würde dem Haus mehr Offenheit geben und dadurch im Idealfall auch ein jüngeres Publikum anziehen.

Die Kommission des Kunstmuseums äusserte sich auf Anfrage von Telebasel noch nicht zur Nachfolge, lies aber durchblicken, dass die Ausschreibung schon bald stattfinden wird.

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