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Schweiz

Bundesrat will sich für sämtliche Szenarien im Herbst rüsten

Am 1. April sollen die letzten Corona-Massnahmen fallen. Der Bundesrat will ausserdem die Kantone mit drei möglichen Szenarien auf den Herbst vorbereiten.

Am heutigem Mittwoch äussert sich der Bundesrat nach seiner Sitzung im Rahmen einer Medienkonferenz über die definitive Aufhebung aller Schutzmassnahmen. Das heisst, ab kommenden Freitag sind auch die letzten Corona-Massnahmen – zumindest vorerst – Geschichte.

Die Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr und in Gesundheitseinrichtungen fällt weg. Wer positiv auf Corona getestet ist, wird ausserdem nicht mehr dazu angeordnet, sich in Isolation zu begeben. Zudem werden die Kantone künftig ohne grosses Contact Tracing arbeiten. Dies hält auch die Covid-19-Verordnung so fest: Denn die «besondere Lage» gilt nur noch bis zum 31. März, danach tritt sie ausser Kraft. Die Kosten für Tests dürften an der heutigen Sitzung ebenfalls Thema sein. Bei der aktuellen Lage werden diese vermutlich gratis bleiben. Für repetitive Tests an Schulen hingegen wird der Bund nicht mehr aufkommen. Zudem wird die Swiss-Covid-App wohl ab 1. April deaktiviert.

Vorbereitungen für den Herbst

Begründen lässt sich der letzte Öffnungsschritt mit der Lage in den Spitälern. Dort habe man die Lage unter Kontrolle und auch die Fallzahlen sinken von Woche zu Woche wieder. Während vergangenen Dienstag (22. März) 23’793 Neuinfektionen gemeldet wurden, waren es eine Woche danach (29. März) noch 14’393. Die Dunkelziffer hingegen dürfte noch immer hoch sein. Das Ziel, eine Überlastung des Gesundheitswesens abzuwenden, hat der Bundesrat dennoch erreicht.

Wie «Blick» berichtet, möchte der Bundesrat die Kantone auf einen möglichen Anstieg der Fallzahlen und Hospitalisationen kommenden Herbst vorbereiten. Mit dem Übergang in die «normale Lage» stehen zudem die Kantone wieder mehr in der Verantwortung. Somit ist es notwendig, die Zuständigkeiten vorab zu klären, damit man schnell reagieren könne. Eine neue Konsultation sei also geplant. Diskutiert werden soll auch, wann und für wen ein zweiter Booster notwendig sein wird und wie man bei einer allfälligen Welle die Test- und Spitalkapazitäten wieder hochfahren kann.

Dafür bereite sich der Bund auf drei Szenarien vor, die im Herbst eintreten könnten, schreibt «Blick». Das wahrscheinlichste derer rechnet mit einem stärkeren Anstieg, der aber bewältigt werden kann. Ein weiteres damit, dass die Pandemie weiter abflacht. Das dritte Szenario soll die Kantone auf einen massiven Anstieg vorbereiten, beim Eintreten dessen auch wieder Massnahmen nötig werden würden. Die Konsultation soll bis am 22. April laufen.

BAG appelliert an Eigenverantwortung

Ende März löst sich auch die Task Force auf. Und auch die Corona-Fallzahlen sollen in Zukunft nur noch einmal die Woche, jeweils dienstags, kommuniziert werden. Was bleibt, sind die Covid-Zertifikate für Reisen ins Ausland. Wer ein solches je nach Destination benötigt, kann dies weiterhin beziehen.

Am vergangenen Dienstag hielt das Bundesamt für Gesundheit seine vorerst letzte Pressekonferenz ab. Patrick Mathys vom BAG betonte jedoch, dass wer Corona-Symptome aufweist, «nicht an den Arbeitsplatz gehört». Auch der Oberste Kantonsarzt Rudolf Hauri appellierte an die Eigenverantwortung der Bevölkerung, die Hygienemassnahmen weiterhin einzuhalten.

Was bleibt?

Das Infektionsgeschehen in der Schweiz soll jedoch weiter beobachtet werden. Bereits etablierte Überwachungs-Systeme bleiben also erhalten. Das heisst, dass weiterhin Proben aus dem Abwasser entnommen werden. Auch das obligatorische Meldesystem bleibt. Des Weiteren sollen Stichproben, die Impf- und Genesenen-Zahlen, sowie Antikörperstudien ermöglichen, dass die Pandemie nicht zum Selbstläufer wird.

Telebasel überträgt die Pressekonferenz des Bundesrats am Mittwoch, 30. März, live. Der genaue Zeitpunkt ist noch nicht bekannt.

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