Lust und Frust bei Granit Xhaka beim Freundschaftsspiel gegen den Kosovo. (Bild: Keystone)
Schweiz

Granit Xhaka: «Ich hätte gerne länger gespielt»

Nati-Captain Xhaka hat nach dem Duell gegen den Kosovo gemischte Gefühle. Für Shaqiri war die Affiche etwas Besonderes. Die Stimmen nach dem Freundschaftsspiel.

Der Schweizer Captain Granit Xhaka wird bei seinem Jubiläum im Duell gegen den Kosovo, das Heimatland seiner Eltern, nach gut einer Stunde ausgewechselt. Das sorgt beim Mittelfeldspieler von Arsenal für Unmut.

Der Abend hatte für Granit Xhaka mit einer Ehrung begonnen. Der Mittelfeld-Stratege wurde vor dem Anpfiff im ausverkauften Letzigrund von Nationalmannschaftsdirektor Pierluigi Tami für sein 100. Länderspiel geehrt. In diesem lief es für den Captain allerdings lange nicht nach Wunsch. «Die erste Halbzeit war schlecht – von der Mannschaft, aber auch von mir», sagte Xhaka im Interview mit SRF.

Und als das Team langsam in Schwung gekommen war und durch Jordan Lotomba den Ausgleich erzielte (61.), musste der Captain zur eigenen Überraschung das Feld räumen, was ihn offensichtlich frustrierte. «Ich stehe lieber auf dem Platz, als dass ich auf der Bank sitze. Ich hätte in meinem 100. Länderspiel gerne länger als 63 Minuten gespielt.» Das Thema werde nun aber grösser gemacht, als es sei, so Xhaka, der sich nach dem Spiel noch auf dem Feld kurz mit Nationaltrainer Murat Yakin unterhielt. «Der Inhalt des Gesprächs bleibt unter uns.»

«Ein sehr spezielles Spiel»

Auch für Xherdan Shaqiri war die Affiche eine besondere. «Vor allem für meine Familie war es ein sehr spezielles Spiel», sagte der 30-Jährige, der im Gegensatz zu Xhaka auch im Kosovo geboren ist. Er selbst sei entspannt gewesen und habe die Partie genossen. «Ich habe schon andere Spiele bestritten, in denen es um wesentlich mehr ging.»

Auch deswegen konnte Shaqiri mit dem 1:1 gut leben. «Klar hätten wir gerne gewonnen, aber in einem Freundschaftsspiel muss nicht alles perfekt sein.» Man habe gesehen, dass die Kosovaren nicht so schlecht seien. «Sie sind jung und wild.» Shaqiri selbst gehörte zu den auffälligsten Spielern auf dem Platz und leitete den Schweizer Ausgleich mit einem herrlichen Pass in die Tiefe auf Kevin Mbabu ein.

Resultat für Yakin nicht Priorität

Resultatmässig ist dem Schweizer Nationalteam der Start ins WM-Jahr nicht geglückt. Beunruhigt ist Trainer Murat Yakin deshalb nicht. Sie hätten ein paar neue taktische und läuferische Elemente ausprobiert in diesen Spielen, so Yakin. «Deshalb müssen wir die Resultate nicht gross thematisieren. Die hatten nicht Priorität.» Gegen Kosovo nahm Yakin im Vergleich zum Spiel drei Tage zuvor in England neun Wechsel vor. «Einige, die sonst nicht so oft spielen, konnten Erfahrungen sammeln. Die Konstellation war ungewohnt, das muss man bei der Analyse berücksichtigen.»

Zu reden gab die frühe Auswechslung von Captain Granit Xhaka. Die Enttäuschung des Spielers konnte Yakin verstehen, «denn Granit möchte immer über 90 Minuten spielen». Aber Yakin erklärte auch: «Wir sind verantwortlich dafür, dass die Spieler geschützt werden. Granit hat mehr gespielt als die anderen in diesen zwei Partien.» Er sei froh um einen Spieler im Team, der Charakter und Temperament habe, so Yakin. «Ich habe zu ihm gesagt: Du weisst schon, dass du noch wichtigere Spiele hast in den nächsten Wochen.»

Apropos wichtigere Spiele: Ein Grund, weshalb es gegen Kosovo, die FIFA-Nummer 109, nicht zum Sieg gereicht hat, war für Yakin auch dieser: «Der Gegner war heute etwas motivierter.»

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