Risikofaktoren für die psychische Belastung seien Brüche in der Bildungskarriere sowie ein niedriger Bildungsabschluss. (Symbolbild: Unsplash/Ben White)
Schweiz

Psychische Belastung und exzessiver Alkoholkonsum bei Jungen gestiegen

Junge Schweizerinnen und Schweizer sind mit dem eigenen Leben meist zufrieden. In den letzten zehn Jahren haben jedoch die psychischen Belastungen zugenommen.

Der Anteil junger Erwachsener mit Suizidgedanken habe in den letzten Jahren zugenommen, hiess es am Donnerstag an der Medienkonferenz zur Präsentation des nationalen Monitorings der «Young Adult Survey (Yass)». Demnach verdoppelte sich der Anteil der Jungen mit Suizidgedanken bei der Befragung von 100’000 19-Jährigen fast von 11 (2014/15) auf 20 Prozent (2018/19). Risikofaktoren für die psychische Belastung seien Brüche in der Bildungskarriere sowie ein niedriger Bildungsabschluss, Bildung korreliere somit der Lebenszufriedenheit der jungen Erwachsenen.

Die Yass-Befragungen zeigten über alle drei Erhebungszeitpunkte hinweg, dass drei Viertel der jungen Erwachsenen zufrieden mit ihrem Leben zu sein scheinen. Dies sei erfreulich, doch sollte «möglichen Schmerzstellen» besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden, warnen die Umfrageverfasser. Zum Beispiel steige bei den jungen Männern die Anzahl derer, die keinen Bildungsabschluss hätten. Zudem hätten junge Frauen mehr negative Gefühle als Männer.

Der Überblick über die Daten der vergangenen Dekade zeigt, dass die Stabilität bei den Kernindikatoren für die Befindlichkeit der jungen Schweizer Erwachsenen jedoch überwiegt, wie es weiter hiess.

Weniger Sport

Was den gesunden Lebensstil betrifft, zeigt die Befragung eine durchzogene Bilanz. Zwar werde weniger geraucht (2010/11,25 Prozent; 2018/19: 17 Prozent). Zugenommen hat dafür der exzessive Alkoholkonsum (2010/11: 10 Prozent; 2018/19: 17 Prozent). Auch sportliche Aktivitäten nahmen bei den Befragten um 10 auf 74 Prozent (2018/19) ab.

Das politische Interesse blieb im untersuchten Zeitraum recht stabil bei 44 nach 46 Prozent. Die Selbsteinschätzung der politischen Partizipation lag bei 64 Prozent. Bei der selbstdeklarierten politischen Ausrichtung gab es eine Verschiebung hin zur politischen Mitte beziehungsweise links. Abgenommen haben Fremdenfeindlichkeit (2010/11: 45 Prozent; 2018/19: 29 Prozent) und Homophobie (2010/11 30 Prozent; 2014/2015: 21 Prozent).

Trends erfassen

Die Eidgenössischen Jugendbefragungen ch-x geben einen Einblick in die Lebensverhältnisse sowie in die gesellschaftlichen und politischen Orientierungen der jungen Erwachsenen in der Schweiz. Damit sollen mögliche Veränderungen erfasst sowie Trends und Tendenzen in der Lebenshaltung bei 19-jährigen Schweizerinnen und Schweizern aufgezeigt werden. Bei der Präsentation sagte Bundesrätin Viola Amherd, die Studien lieferten wichtige Kenntnisse für die Politik, Sport und Gesundheitspolitik.

Alle vier Jahre werden die gleichen Fragen zu Lebensbereichen wie Bildung, Arbeit, Beruf, Gesundheit, Sport und Politik der Jungbürgerinnen und Jungbürger gestellt. Die Befragung erfolge stets über zwei Kalenderjahre. Die erste Yass-Erhebung fand 2010/2011 statt. Eine erste Wiederholung erfolgte 2014/ 2015, der dritte Befragungszyklus 2018/ 2019.

Die Erhebungen erfolgen anlässlich der Aushebung in den Rekrutierungszentren. Mittels einer national repräsentativen Ergänzungsstichprobe wurden auch rund 3000 zufällig ausgewählte Frauen im Alter von 19 Jahren an ihrem Wohnort und seit 2018 über das Internet befragt. In Zukunft sollen 12’000 Frauen befragt werden, wie es an der Medienkonferenz hiess.

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