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Der Telebasel News-Beitrag vom 25. Februar 2022.
Basel

Nach zwei Jahren endlich wieder Kindergartenfasnacht

Wegen Corona ist es für viele Binggis der erste Umzug. So auch bei der Fasnacht des Kindergartens an der Efringerstrasse im Kleinbasel.

Es rasselt so richtig im Saal. Die selbstgebastelten Trommeln wollen schliesslich getestet werden, bevor sie zum Einsatz kommen. Ein kleiner Junge übt auch fleissig mit dem Tambourmajorsstock. Währenddessen macht die sechsjährige Lavin die Runde. In der Hand hält sie eine Fasnachtszeichnung, die sie freudig ihren Gspänli zeigt. «F-as-nacht», buchstabiert ein Kind. Was sich hinter diesem Wort verbirgt, ist für die Binggis vom Kindergarten an der Efringerstrasse noch unbekannt. Die letzte Kindergartenfasnacht fand vor zwei Jahren statt, also kurz bevor der Basler Regierungsrat die richtige Fasnacht absagte. Die Kindergarten-Kinder von heute waren damals noch nicht dabei.

Zwei Jahre ohne Schulfasnacht. Für ein Binggis eine Ewigkeit. Das diesjährige Glaibasler Charivari griff dieses Thema in einem Rahmenstück auf. Dort muss eine Kindergärtnerin den Kleinen erklären, was Morgestraich und Larven bedeuten. So schwierig wie in diesem Stiggli ist es in Realität aber nicht. «Wir haben gemerkt, dass die Kinder mit dem Basteln ganz schnell in dieses Thema reinkommen», erklärt Thomas Steiner, Kindergärtner an der Efringerstrasse. Das musste aber schnell gehen: Gerade mal vier Wochen ist es her, seit der Entscheid fiel, definitiv einen Umzug durchzuführen.

Multikulturelle Begeisterung für Waggis und Trommeln

Lavin ist schon richtig im Fasnachtsfieber. Wie sie sagt, habe sie zuhause schon Fasnacht gespielt. Auch ihre Gspänli sind mitgerissen. Lea (6) möchte später einmal in einer Clique trommeln. Bei Lurin und Malou ist der Waggis die Lieblingsfigur. Auf die fiel dann auch Thomas Steiners Wahl bei den Larven. Noch liegen sie schön brav aufgereiht am Fenster. Schon bald aber geht’s auf die Strasse: «Larve, Larve». Die Kinder sind kaum mehr zu halten. Endlich bekommen sie ihre Bastelarbeit überreicht.

«Yschtoh», ruft Thomas Steiner an der Efringerstrasse. Er selbst reiht sich bei den Pfyffern ein. Vor ihm gibt der kleine Tambourmajor das Signal. Zu den Alten Schweizermärschen geht’s los. Hinter dem Schyssdräggzygli der Erwachsenen trommelt die kleine Waggis-Schar. Sie alle machen sich auf in Richtung Bläsi-Schulhaus. Mit dabei ist der Basler Erziehungsdirektor Conradin Cramer. «Man sieht es, man hört es, wie sie mitmachen. Kinder aus vielen Nationen sind mit ihren Eltern hier an der Fasnacht – es gibt nichts Besseres», sagt der Regierungsrat.

Beim Bläsi-Schulhaus wird es laut. Die SchülerInnen empfangen die Kostümierten «Gnepf» aus dem Kindsgi mit viel Jubel. Eine Pause ist angesagt. «Es ist ein unglaubliches Gefühl, es war sensationell, der Start. Die Kinder waren voll dabei und wollten nicht mehr aufhören zu trommeln, wie Duracell-Hasen», sagt ein zufriedener Thomas Steiner. Für seine Schützlinge gibt’s nach all dem Trommeln eine Stärkung. Eine Zugbegleiterin packt Fasnachtskiechli aus. Sei reicht Lavin ein Stück der Süssigkeit hin. «Wollt ihr nicht auch probieren? Das gehört zur Fasnacht». Lavins Mutter redet ihr auf Türkisch zu. Erst zögerlich, dann aber interessiert, kostet sie das Gebäck. Nach Larven, Trommeln und Fasnachtskiechli fehlt eigentlich nur noch eins: Die Räpplischlacht. Wenn Thomas Steiner mit einem Sack voller Räppli auftaucht, gibt es für Lavin und ihre KollegInnen kein Halten mehr. Der Schulhof wird pünktlich vor den Ferien ziemlich bunt.

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