In den Cliquenkellern wird das Ansteckungsrisiko grösser sein, als an der frischen Luft. (Archivbild: Telebasel)
Basel

Werden jetzt die Cliquenkeller zum Corona-Hotspot?

Die Cliquenkeller könnten sich zu Corona-Hotspots entwickeln. Trotzdem glaubt der Basler Kantonsarzt, dass das Risiko vertretbar sei.

«Morgestraich – vorwärts marsch!». Auf diese drei Wörter freut sich ganz Basel. Am 7. März um Punkt vier Uhr in der Früh ist es endlich wieder soweit. Für einige Fasnächtler könnte ein paar Tage danach aber das böse Corona-Erwachen kommen. Vor allem in den Cliquenkellern schwingt das Ansteckungsrisiko mit.

Das gewohnte Gedränge an den eng gestuhlten Tischen in den Baizen und Cliquenkellern hat seit gestern Abend aber auch von behördlicher Seite grünes Licht erhalten. «Wir sind zum Schluss gekommen, dass mit den Lockerungen, welche der Bundesrat beschlossen hat, es richtig ist, bei der Fasnacht nachzuziehen», sagt der Basler Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger gegenüber Telebasel.

Der Grund: «Die Fasnacht findet ja nicht im luftleeren Raum statt. Es ist uns wichtig, dass wir Regeln, welche wir noch haben, auch erklären können.» Dies sei demnach mit den bisher beschlossenen Fasnachts-Entscheiden nicht mehr der Fall.

Der Basler Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger zu den Lockerungen:

(Video: Telebasel)

Fallzahlen könnten nach der Fasnacht steigen

Nichts steht also mehr den perfekten «drey scheenschte Dääg» im Weg. Wäre da nicht noch dieses Virus –  Corona ist noch da. «Es ist denkbar, dass die Fallzahlen unter den Lockerungen stagnieren oder gar leicht ansteigen», sagt Simon Fuchs, Kantonsarzt Basel-Stadt. Die gute Nachricht: mit einer Zunahme bei den Hospitalisierungen rechnet der Kantonsarzt trotzdem nicht.

Simon Fuchs, Kantonsarzt Basel-Stadt über die Lockerungen:

(Video: Telebasel)

Aber an der Fasnacht, insbesondere in den Cliquenkellern, könnten sich trotzdem vermehrt Menschen anstecken. Der Grund sei einfach. Auf engem Raum sitzen viele Leute in einem wohl schlecht belüfteten Bereich, so Fuchs. Und eben: auch in den Cliquenkellern gelten keine Corona-Regeln mehr. Das Virus hat freie Bahn.

«Wer sich Schützen möchte, darf dies auch»

Fuchs glaubt aber, dass die Gesundheitsversorgung, trotz möglichem Anstieg der Corona-Fälle nicht in Gefahr sei. «Es ist damit zu rechnen, dass die Spitäler einen solchen Anstieg stemmen können.» Dies hätten die vergangenen Wochen gezeigt. Trotz hohen Fallzahlen sei es da relativ ruhig geblieben.

Trotz drohendem Anstieg der Zahlen: Engelberger sieht keinen Grund an der Fasnacht strengere Massnahmen zu erlassen. Denn «die Situation in Basel ist nicht schlechter, als in der Schweiz». Er betont aber: «Wer sich schützen möchte, darf dies auch tun.»

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