Featured Video Play Icon
Der Telebasel Talk vom 15. Februar 2022.
Basel

Corona-Krise an Basler Schulen: Conradin Cramer stellt sich der Kritik

Harte Kritik am Basler Erziehungsdirektor: Ob Lernrückstände, übermässiger Leistungsdruck oder Depressionen an Basler Schulen - Conradin Cramer mache «nichts».

Der Zapfen ging ab auf Twitter, als ein BaZ-Artikel mit folgendem Satz endete: «Verkürzt könnte man die Antwort des Regierungsrates auf die Frage nach Entlastungsmassnahmen mit ‹Nichts› zusammenfassen.»

Nach Entlastungsmassnahmen hatte GAB-Grossrat Oliver Bolliger in einem Vorstoss gefragt. Er zitierte die «Swiss Corona Stress Study» der Uni Basel. Diese besagt: Basler Kinder und Jugendliche im Alter von 14 bis 24 Jahren sind von den schweren depressiven Symptomen stärker als alle anderen Altersgruppen betroffen.

Cramer: «Mittelschule nicht der alleinige Weg»

Kein Grund für die Basler Regierung, jetzt besondere Massnahmen einzuleiten. Sie verwies in ihrer Vorstossantwort auf die bestehenden Strukturen, mit der die Probleme aufgefangen würden. Sie kritisierte aber auch die Eltern, die ihre Kinder ins Gymnasium schickten, wenn diese Leistungsstufe eine Überforderung darstelle. «Es muss daher bei den Eltern, in der breiten Öffentlichkeit und in der Politik Verständnis dafür geschaffen werden, dass eine Mittelschule nicht der alleinige Weg für beruflichen Erfolg ist. Dabei geht es nicht um ein ‹Aussieben›, sondern darum, jungen Menschen die für sie beste Ausbildung zu ermöglichen.»

«Arrogant, unsensibel»: Harte Kritik an Cramer

Dies sei «unsensibel», twitterte SP-Grossrat Claudio Miozzari. «Arrogant», kommentierte Oliver Bolliger und kündigte weitere Vorstösse an. Ins gleiche Horn stiess GLP-Grossrätin Sandra Bothe-Wenk: «Come on! Lehrer fallen aus, Unterrichtsstunden, Förderstunden, aber die schulischen Erwartungen, Laufbahnbedingungen, Zielsetzungen für Kinder und Jugendlichen sind trotz der Corona-Schuljahre dieselben». In einer Interpellation hatte sie nachgefragt, wie die Regierung die Unterrichtsausfälle und Lernrückstände wegen der Corona-Krise auszugleichen gedenke.

Denn in den letzten zwei Jahren waren Schulstunden ausgefallen, wurde Aushilfslehrpersonal eingesetzt und Unterricht online durchgeführt. Gerade Letzteres habe die Chancenungleichheit erhöht. Im Talk vom 11. Januar 2022 erläuterte sie ihr Anliegen:

Initiative für Förderklassen

Aber auch hier antwortete die Regierung, respektive der Vorsteher des Erziehungsdepartements, Conradin Cramer, zusätzliche Massnahmen seien nicht geplant. Cramer sieht sich auch mit einer Initiative konfrontiert, die Überforderungssituationen an den Basler Volksschulen thematisiert und von daher bei vielen Eltern auf Interesse stossen könnte.

Die «Förderklassen»-Initiative fordert die Rückkehr zu Kleinklassen: Wer sich stark verhaltensauffällig zeige, die deutsche Sprache kaum beherrsche oder mit Behinderungen kämpfe, brauche mehr Betreuung. Damit dürften die Integrationsklassen und deren Lehrkräfte nicht zusätzlich belastet werden.

Im Telebasel Talk am Dienstag, 15. Februar 2022, 18:45 Uhr: Conradin Cramer, Regierungsrat LDP BS, Vorsteher des Erziehungsdepartements Basel-Stadt. Die Sendung wird ab 19:15 Uhr in der stündlichen Wiederholung gezeigt.

1 Kommentar

  1. Kramer soll zurücktreten. Er hat als Vorsteher Des ED eine Verantwortung gegenüber der Jugend welcher er in keinster Weise nachkommt. Selbst bei bestehenden Missständen auf die er angesprochen wird weicht er den Fragen und der Kritik nur aus. Ändern tut sich unter Kramer nichts, jedenfalls nicht zum Positiven.Report

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*

Mehr aus dem Channel