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Der Telebasel News Beitrag vom 5. Februar 2022.
Basel

Ein Zuhause für Stadttauben: Grüner Grossrat fordert Massnahmen ein

Der Kanton soll die Situation der Tauben verbessern, findet Grossrat Harald Friedl. Er fordert ein Stadttaubenkonzept, um gegen die Plage anzukämpfen.

Tauben geniessen in der Stadt nicht den besten Ruf. Ein grosser Teil der Bevölkerung empfindet sie als Plage. Die schiere Anzahl an Stadttauben stört. Denn das Resultat sind verkotete Hausfassaden und Dreck auf dem Balkon. Harald Friedl, Grossrat Grüne, fordert deshalb in einem Anzug, dass sich die Regierung mit der Situation auseinandersetzt und geeignete Massnahmen trifft. Für das Wohl der Tauben und die Nerven der StadtbewohnerInnen. Ein Stadttaubenkonzept soll her, angelehnt an jenes, das die Stadt Bern bereits hat.

Nahrung reicht von Kotze bis Pizzaresten

Am Claraplatz suchen Tauben verzweifelt nach Nahrung. Sie bedienen sich an allem, was man am Boden so findet. «Das kann von Kotze bis Pizzaresten alles sein», kommentiert der Grossrat das Schauspiel neben der St. Clara Kirche. Das sei nicht artgerecht. Deshalb habe der Kot auch so eine schmierige Konsistenz – und sei schwer vom Balkon zu entfernen.

«Es geht mir wirklich darum, dass das Tierleid gestoppt wird. Wenn ich die Stadttauben hier sehe, wie sie verzweifelt nach Nahrung suchen, wie sie verzweifelt versuchen irgendwo zu brüten, vertrieben werden mit Spikes: Das finde ich einfach keine gute Situation und das ist auch nicht würdig. Und ich glaube es gibt die Möglichkeiten, ein Konzept auszuarbeiten, das die Situation verbessert.»

Ein Stadttauben-Zuhause soll her

Bern und diverse deutsche Städte haben schon ein solches Stadttaubenkonzept. In Bern werden die männlichen Tiere zusätzlich kastriert. Harald Friedl unterstützt dieses Vorgehen, hat aber noch eine weitere Idee: «Sprich, dass es Taubenschläge gibt, wo man die Tauben betreuen und füttern könnte und zur Kontrolle der Population auch die Eier durch künstliche Gips-Eier austauschen kann.»

Auch, dass sie nicht mehr auf der Strasse nach Nahrung suchen müssen und quasi ein Zuhause hätten. Mit Taubenschlägen könne man die Tiere von den Balkonen und Plätzen «weglocken» und ihnen eine bessere Alternative, eine artgerechte Umgebung anbieten.

Im Kanton Basel-Stadt gab es bis vor drei Jahren schon solche Taubenschläge. Die Kosten von ca. 20’000 Franken pro Jahr seien aber am Ende der Grund gewesen, weshalb man die Schläge im 2019 schloss.

Fütterverbot greift zu wenig weit

Die Taube ist eines der ältesten Haustiere des Menschen. Dass es in Basel eine Population von fast 8’000 Tieren gibt, ist also unsere Schuld. Es sind verwilderte, ehemalige Haustiere. Die schiere Anzahl an Tauben zu regulieren, sei nicht leicht, so Friedl. Sie zum Abschuss frei zu geben, erachte er jedoch als ungeeignete Methode: «Schauen Sie, wir sind hier in einer Stadt und ich fände es eine sehr schlechte Idee, mit dem Gewehr rum zu laufen und auf Taubenjagd zu gehen, also nein.» Auch die Tauben zu vergiften finde er keine gute Idee. «Weil Sie dann provozieren, dass auch andere Tiere diese Nahrung, oder den vergifteten Köder aufnehmen. Nein, da wäre ich auch absolut dagegen.»

Ausserdem gebe es genügend andere Massnahmen, mit denen sich der Bestand regulieren liesse. Das Fütterverbot alleine erachte er als wenig wirksam.

2 Kommentare

  1. Was Prof. Haag-Wackernagel zu seinem Rückzieher aufs Fütterungsverbot bei Tauben veranlasst hat, frage ich mich oft. Ob er es leid geworden ist, alle Jahre wieder in der reichen Stadt Basel um 20 000 Fränkli «bitti-bätti» machen zu müssen? PS: Ich muss präzisieren: 20 000 Fränkli pro Taubenhaus. 200 000 für 10 Taubenhäuser. Falls ca. jede/-r fünfte Basler/-in etwas für Täubchen übrig hat, müsste er/sie tatsächlich 5 Fränkli pro Jahr lockermachen … 😉Report

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