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Der Telebasel Talk vom 2. Februar 2022.
Region

Abstimmungsstreit um Tabak-Werbeverbot: Lungenarzt vs. Tabak-Produzent

Im Telebasel-Studio treffen der Pneumologe Jörg Leuppi und Kevin Suter, Vorstandsmitglied Branchenverband Swiss Cigarette, aufeinander.

Am 13. Februar stimmt die Schweiz über die Volksinitiative «Ja zum Schutz der Kinder und Jugendlichen vor Tabakwerbung (Kinder und Jugendliche ohne Tabakwerbung)». Sie will «jede Art von Werbung für Tabakprodukte, die Kinder und Jugendliche erreicht» verbieten. Bislang ist Werbung für Tabakprodukte unter Einschränkungen erlaubt. Verboten ist aber bereits Werbung, die sich gezielt an Minderjährige richtet, insbesondere an Veranstaltungen oder in Publikationen für Jugendliche.

Mit der Initiative würde auch Werbung verboten, die sich zwar hauptsächlich an Erwachsene richtet, aber auch für Kinder und Jugendliche zugänglich ist. Bundesrat und Parlament stellen der Initiative, die sie ablehnen, einen etwas milderen Gegenvorschlag gegenüber.

Für die Initiative

Auf Seiten der Initianten stehen eine grosse Anzahl von Gesundheitsorganisationen und die Parteien von links bis in die Mitte.

Wichtigste Argumente: Die Mehrheit der Raucherinnen und Raucher beginne bereits als Minderjährige damit, weil die Tabakkonzerne ihre Produkte massiv bei Kindern und Jugendlichen bewerben würden. Dies belegten Studien. Wir seien als Gesellschaft verpflichtet, Kinder und Jugendliche zu schützen und ihre gesunde Entwicklung zu fördern. An Minderjährige dürften keine Tabakprodukte verkauft werden. Konsequenterweise dürfe Tabakwerbung Kinder und Jugendliche auch nicht erreichen.

Jörg Leuppi kämpft als Präsident der Lungenliga beider Basel für die Initiative. Beruflich ist der Pneumologe als leitender Facharzt für das Kantonsspital Baselland tätig.

Gegen die Initiative

Dagegen kämpfen alle wichtigen Gewerbe- und Bauernverbände und die Parteien SVP, FDP, Jungfreisinnige und auch die junge Mitte.

Wichtigste Argumente: Die Initiative sei unnütz, der Jugendschutz schon jetzt erfüllt. Sie führe zu einem totalen Werbeverbot für Tabakwaren, da es kaum Werbeflächen gebe, die von Kindern und Jugendlichen nicht gesehen werden könnten. Darunter leiden würden viele KMU, Kulturveranstaltungen und auch die Medien. Werbeverbote führten zu teureren Produkten. Es gehöre ferner zur fundamentalen Wirtschafts- und Gewerbefreiheit, dass legale Produkte beworben werden dürfen.

Kevin Suter arbeitet als Kommunikationschef und in der Geschäftsleitung des Tabakproduzenten JTI Schweiz. Ferner ist er Mitglied im Vorstand des Branchenverbands Swiss Cigarette.

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