Featured Video Play Icon
Willi Näf schreibt als Ghost Writer für Regierungsräte. Jetzt hat der Auftragsschreiber Tote «interviewt». (Video: Telebasel)
Region

Willi Näfs freche Fake-Interviews mit Verstorbenen

Begeisterte Kritiken und Postings: Die Region spricht über das neue Buch des Baselbieter Satirikers und «Geisterschreibers» Willi Näf.

«Leute, lasst alles fallen, was ihr gerade in den Händen habt, ausser es ist ein kleines Kind. Und dann geht in die Buchhandlung eures Vertrauens und bestellt sofort Willi Näfs Buch «Seit ich tot bin, kann ich damit leben ».» So klingt galoppierende Begeisterung. Der Basler Pfarrer Martin Dürr kann sich in seiner ausführlichen Facebook-Besprechung kaum erholen. Er habe das knapp 300-seitige Buch in weniger als 24 Stunden verschlungen. 

Winston Churchill, ein SS-Mörder und Maria

Martin Dürrs zentraler Satz zur Essenz von Willi Näfs Kreation: «Wer hat die Chuzpe, den Mörder (den SS-Offizier Lutz Baumgartner, die Red.) von Dietrich Bonhoeffer zu interviewen»? Näfs zehn fiktive Interviews mit historischen Persönlichkeiten (Winston Churchill, der Muttergottes Maria, Charles Lindbergh Jun. etc.) sind ein oftmals gewagter Gang auf schmalem Grat: frech, lustig, tragisch, eine «Dramödie», so der Autor, der als hintergründiger Schreiber für die bz regionale Bekanntheit erlangt hat. Und als Ghost Writer für CE0s und Regierungsräte tätig ist.

Das Rauchen erst beim Tod aufgegeben

Medientext: Die gründlich recherchierten Porträts und mit spitzer Feder geschriebenen Interviews kommen ohne Klischees aus, eröffnen überraschende Blickwinkel und sorgen für die ein oder andere Lachträne. Dem amüsierten BaZ-Rezensenten Thomas Gubler gefiel besonders das Interview mit Alice von Battenberg, der Mutter von Prinz Philip, einer starken Raucherin: «Ich muss gestehen, das Rauchen habe ich erst bei meinem Tod aufgegeben. Ein neuer Lebensabschnitt ist eine feine Gelegenheit, etwas Neues anzufangen, nicht wahr?»

Schlussbemerkung: Die Lektorin von Willi Näf schrieb, wären alle Manuskripte so, ihr Beruf wäre «vergnügungssteuerpflichtig».

Im Talk am Freitag, 28. Januar 2022, ab 18:45 Uhr: Autor und Satiriker Willi Näf zu seinem Buch «Seit ich tot bin, kann ich damit leben».

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*

Mehr aus dem Channel