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Der Telebasel News Beitrag vom 28. Januar 2022.
Basel

Nach Art-Expansion in Paris: Basler Kunstszene ist beunruhigt

Die Expansion der Art Basel nach Paris hat in der hiesigen Kunstszene ein Erdbeben ausgelöst. Die Sorge bei den Galeristen sind gross.

Es sei ein erwarteter Schock gewesen, den Galerist Carlo Knöll nach der Bekanntgabe der Art-Expansion nach Paris, erlebt hat. Was die MCH Gruppe mit der ehemaligem Kunstmesse FIAC in der französischen Hauptstadt macht, spiele für ihn dabei gar keine so grosse Rolle: «die Frage ist nicht, was die Art Basel in Paris oder Hong Kong macht, sondern was machen wir in Basel?» Um als Standort für die internatiole Kunstszene attraktiv zu bleiben, müssten alle beteiligten an einem Strick ziehen. «Wenn uns die Art Basel in Basel wichtig ist, dann müssen alle Kräfte, politisch, Galerien, Kulturschaffende, Institutionen ein sehr grosses Engagement zeigen, das man das behalten kann.»

Die MCH Group beteuert zwar, dass Basel «Heimat» bleibe. Trotzdem müsse am Konzept gefeilt werden, wenn die Qualität nicht verloren gehen soll, sagt Galerist Diego Stampa. «Unter diesem Konzept wird die Art Basel Qualität verlieren. Davon bin ich überzeugt». Auch die geografische und zeitliche Nähe der beiden Messen bereiten dem Galerist Sorgen. «Man kann nicht in der Distanz Basel-Paris nach drei Monaten wieder eine ähnliche Messe machen. Das ist unmöglich.» Rein finanziell wäre es für Diego Stampa äusserst schwierig an beiden Messen teilzunehmen.

Zwar soll die Messe in Paris nicht unter der Marke Art Basel laufen. Trotzdem will die MCH Groupdiese aufwerten und «ein Flaggschiff-Event schaffen, der fest in Paris und seiner Kultur- und Kreativbranche verankert ist», heisst es in der Ankündigungsmitteilung der MCH Group . Das sich nicht nur die beiden Galeristen um das Weiterbestehen der Art Basel sorgen, zeigen erste Reaktionen aus der Politik . Ein entsprechende Interpelltation wurde heute von der LDP Grossräti Catherine Alioth an die Regierung eingereicht.

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