Auch in in der Schweiz gab es 2020 Black Lives Matter-Proteste. (Bild: Keystone)
Schweiz

Rassismus gegen Afrika-Stämmige in der Schweiz verbreitet

Rassistisches Verhalten gegenüber Menschen mit afrikanischen Wurzeln ist gemäss Uno-Experten in der Schweiz verbreitet: Gerade auch bei Polizei und Justiz.

Sie stützt sich auf Gespräche mit Betroffenen und Behörden in Zürich, Bern, Lausanne und Genf. Trotz dem erkennbaren guten Willen des Bundes komme es bei Polizeieinsätzen und vor Gericht immer wieder zu Diskriminierung aufgrund der Hautfarbe, erklärten Vertreter der Uno-Expertengruppe für Menschen afrikanischer Abstammung (WGEPAD) am Mittwoch vor den Medien in Bern. Die Experten besuchten die Schweiz auf Einladung des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA).

Teil des Problems seien die verschiedenen Ebenen von Bund, Kantonen und Gemeinden, wo Bewusstsein und Lösungswille nicht überall gleich ausgebildet seien. Verbale Angriffe und Herabsetzung gehörten zur täglichen Erfahrung der meisten Menschen mit afrikanischen Wurzeln.

Daten Fehlen

Es fehlten zudem zentral erfasste Daten zum sogenannten Racial Profiling (rassistische Diskriminierung) durch Polizei und Justiz, an Bildungsinstitutionen oder am Arbeitsplatz.

Vor allem fehle noch immer ein unabhängiger Untersuchungs- und Beschwerdemechanismus bei Fällen rassistischer Diskriminierung, mahnten die Uno-Experten. Auch Gesetzeslücken gelte es zu schliessen; das Fehlen einer zivilgesetzlichen Grundlage erschwere den Kampf gegen Rassismus und biete Opfern in grundlegenden Lebensbereichen, wie Wohnen und Arbeiten, keinen Schutz.

Als Fall rassistischer Diskriminierung machte eine Schiesserei in Morges VD am 30. August vergangenen Jahres Schlagzeilen. Dort war ein 37-jähriger Schwarzer am Bahnhof aufgefallen und von herbeigeeilten Polizisten, die sich bedroht fühlten, angeschossen worden. Der im Kanton Zürich wohnhafte Schweizer Staatsbürger starb kurze Zeit später an den Schussverletzungen.

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