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Schweiz

Zunahme von schweren Unfällen durch SUVs

Die Zunahme von schweren Unfällen durch SUV und die SIX Group rechnet mit einem drastischen Rückgang an Geldautomaten. Die Schlagzeilen der Sonntagspresse.

Schwere Unfälle häufen sich wegen SUVs

Die zunehmende Verbreitung von Geländewagen (SUV) wirkt sich auf die Schwere von Unfällen auf Schweizer Strassen aus. Die Zahl der SUVs von 20’000 im Jahr 2010 hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt, und sie machen fast jedes zweite neue Auto aus, wie «Le Matin Dimanche» und «SonntagsZeitung» berichten. Die schweren Offroader, die zwischen einer und zweieinhalb Tonnen wiegen, verursachen oftmals schwerere Unfälle als herkömmliche Fahrzeuge, wie eine Auswertung von 412 Unfällen aus Zahlen des Bundesamts für Strassen (Astra) für 2018, 2019 und 2020 zeigt.

Kollidieren zwei Fahrzeuge mit einer Gewichtsdifferenz von 100 bis 500 Kilogramm, ist das Risiko, dass es im leichteren Auto Tote oder Schwerverletzte gibt, um 50 Prozent erhöht – gegenüber den Insassen im schwereren Fahrzeug. Beträgt die Differenz mehr als eine halbe Tonne, ist das Risiko für Tote oder Schwerverletzte in den leichteren Autos dreimal so hoch.

Drastischer Rückgang an Geldautomaten

Der Chef der für die Börse und den Zahlungsverkehr in der Schweiz verantwortlichen SIX Group rechnet mit einem drastischen Rückgang an Geldautomaten im Land. «In fünf Jahren wird jeder zweite Bankomat verschwunden sein», sagte Jos Dijsselhof im Interview mit «SonntagsBlick». Das Monitoring von SIX für die Banken zeige, dass viele Geldautomaten ein Verlustgeschäft seien. In der Schweiz gebe es heute rund 7000 Bankomaten.

Das seien eindeutig zu viele. Nach einem starken Einbruch der Bargeldbezüge zu Beginn der Pandemie um teils bis zu 50 Prozent stabilisierten sich demnach diese wieder, allerdings auf tieferem Niveau als vor Covid. «Der Trend ist eindeutig: Bargeld hat einen schweren Stand.» In Zukunft werde nicht mehr jede Bank ihre eigenen Bankomaten haben, sondern der Betrieb werde an eine Drittfirma ausgelagert. «Der Bankomat der Zukunft wird anhand der Karte erkennen, bei welcher Bank der Kunde sein Konto hat, und sein Erscheinungsbild dementsprechend anpassen. Das ist im Ausland schon gelebte Realität.»

Suizidversuche von Minderjährigen steigt

Die Zahl der Suizidversuche von Heranwachsenden hat im zweiten Pandemiejahr stark zugenommen. Die Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universitären Psychiatrischen Dienste Bern betreute 2021 über 50 Prozent mehr suizidale Minderjährige auf der Notfallstation als im Vorjahr, wie die «SonntagsZeitung» berichtet. «An manchen Tagen im Herbst/Winter kamen mehrere Patientinnen und Patienten zu uns, die versucht haben, sich das Leben zu nehmen oder kurz davor waren», sagte Klinikdirektor Michael Kaess.

Zuletzt waren es fast dreimal mehr junge Menschen als die Notfallstation Plätze hat. Man sei «total überlastet». In Zürich verzeichnete die Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie der Psychiatrischen Universitätsklinik 278 Suizidversuche. «Wir haben einen Notstand und sind nur noch am Feuer löschen, so kann es nicht weitergehen», sage der leitende Arzt Gregor Berger. Er fordert ein nationales Suizidversuch-Register. «Nur so können wir verstehen, was dazu führt, dass immer mehr Jugendliche in psychische Krisen fallen.»

Dringende Resolution an den Bundesrat

Die Präsidenten von ETH-Rat, der Hochschul-Rektorenkonferenz Swissuniversities und dem Branchenverband Scienceindustries haben sich in einer dringenden Resolution an den Bundesrat gewandt. Grund sind laut dem «SonntagsBlick» erhebliche Nachteile für den Forschungsstandort, weil die Schweiz 2021 als Vollmitglied aus dem europäischen Forschungsprogramm Horizon ausgeschlossen wurde. Zuvor hatte der Bundesrat das EU-Rahmenabkommen beerdigt.

Die Unterzeichner der Resolution forderten eine Vollassoziierung bis Ende 2022 und eine Innovationsoffensive vom Bund. Die Vertreter aus Forschung und Industrie berichteten von entmachteten Schweizer Wissenschaftlern, von diskriminierten Studenten, vom Ausschluss aus Forschungsprojekten und von Rekrutierungsproblemen für Schweizer Universitäten. Forschende in der Schweiz mussten demnach die Leitung verschiedener EU-Projekte abgeben.

Streit bei der FDP wegen AKW

Bei der FDP ist ein Streit über den Bau neuer Atomkraftwerke (AKW) entbrannt. Die FDP-Frauen wehren sich dagegen, dass die Parteispitze das Verbot für den Bau neuer AKW aufheben will, wie die «NZZ am Sonntag» berichtet. «Sich jetzt für den Bau neuer AKW auszusprechen, sendet ein falsches und irreführendes Signal aus», sagte die Präsidentin der FDP-Frauen, Nationalrätin Susanne Vincenz-Stauffacher (SG), der Zeitung. «Es torpediert den Effort für den Ausbau der erneuerbaren Energien.»

Am Donnerstag hatte die Parteipräsidentenkonferenz eine Resolution zur Stromversorgungssicherheit mit der umstrittenen Forderung verabschiedet. Diese sei auf Antrag der kantonalen FDP Zürich ins Papier eingeflossen, berichteten Beteiligte. Die Waadtländer Nationalrätin Jacqueline de Quattro wird den Delegierten beantragen, den Passus zur Kernenergie zu streichen. Diese entscheiden am 12. Februar. Bereits 2016 stimmten die FDP-Vertreter im nationalen Parlament dem Atomausstieg knapp zu. 2019 sprach sich die Parteibasis für neue AKW aus.

Adolf Ogis Erklärung für das EWR-Volks-Nein

Nach Ansicht von alt Bundesrat Adolf Ogi hat ein Kommunikationsfehler der Schweizer Regierung das Nein zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) bei der Volksabstimmung im Dezember 1992 begünstigt. Ein simpler Fehler in der Strategie des Bundesrates habe dazu geführt, dass die Abstimmung knapp verloren gegangen sei, sagte der frühere Verkehrs- und Energieminister in einem Interview mit der «SonntagsZeitung». «Wir vergassen, dass viele Leute brieflich abstimmen.»

Deshalb habe man die Fernsehauftritte zu spät eingeplant, sagte der heute 79-jährige Ogi. 30 Jahre nach der epochalen EWR-Abstimmung waren jüngst die Protokolle aus dem Bundesrat veröffentlicht worden. Demnach äusserten sich fast alle Bundesräte intern negativ zum EWR. Es handle sich um einen «Kolonialvertrag», die Schweiz habe sich von der Europäischen Gemeinschaft «tranchenweise abschlachten» lassen, hiess es etwa.

Scharfe Kritik des früheren Credit-Suisse-Chefs

Der frühere Credit-Suisse-Chef Oswald Grübel hat das gegenwärtige Management der Grossbank scharf kritisiert. «Wenn ein Unternehmen über Jahre so viele Krisen erlebt, dann liegt der Grund im schlechten Management», sagte der 78-jährige Ex-CS-CEO von 2003 bis 2007 in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag». Weil die Führung nicht funktionierte, hätten viele hervorragende Manager die Bank mit 50’000 Beschäftigten verlassen. Dies habe auch zu den Milliardenverlusten im letzten Jahr geführt.

«Beide Ereignisse, Archegos und Greensill, gehören in die Kategorie Anfängerfehler.» Die Aktionäre der Bank müssten mehr Druck auf die Führung ausüben, erklärte Grübel, insbesondere bei der Besetzung des Verwaltungsrates. «Es braucht auch hier Personen, welche das Geschäft à fond kennen.» Trotz der Schwäche der Bank glaubt Grübel nicht an eine Übernahme. Die Finanzmarktaufsicht würde nach seiner Einschätzung ihr Veto gegen einen solchen Verkauf einlegen.

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