Die Prozesse gegen Aktivisten der «Basel Nazifrei»-Demo polarisieren in der Bevölkerung bis heute. (Bild: Keystone)
Basel

«Nazifrei»-Angeklagte erhalten 500’000 Franken an Spendengeldern

Aktivisten haben im Rahmen einer Kampagne 500'000 Franken für die Angeklagten der «Basel Nazifrei»-Prozesse gesammelt. Das Geld wird unter ihnen aufgeteilt.

Die Kampagne «500k» hatte – getreu ihrem Namen – das Ziel, 500’000 Franken für die Beschuldigten der «Basel Nazifrei»-Prozesse zu sammeln. Damit sollen Bussen, Geldstrafen, Anwalts- sowie Verfahrenskosten und Urteilsgebühren von Angeklagten bezahlt werden. Das Ziel sei nun erreicht worden, wie «20 Minuten» berichtet. Die Aktivisten des Crowdfundings teilten ihren Erfolg offenbar auf ihrer Website und in den sozialen Medien mit. Das Geld sei mittels eines Spendenkontos und durch verschiedene Events gesammelt worden, heisst es.

Prozesswelle nach Gewalteskalation

Hintergrund der Aktion: Eine Kundgebung der rechtsradikalen Pnos auf dem Messeplatz im November 2018 wurde von einer grossen Gegendemonstration unter dem Motto «Basel Nazifrei» mit tausenden Teilnehmenden begleitet. Die Polizei trennte die beiden Kundgebungen voneinander. Während die Pnos ihre Aktion an einen anderen Ort verlegte, kam es bei der Gegendemo zur Konfrontation mit der Polizei. Es flogen Wurfgeschosse und Gummischrot. Verletzte auf beiden Seiten waren die Folge. Die Verantwortung für die Gewalteskalation wird nun vor Gericht ermittelt. Seit dem Vorfall gab es weitere Kundgebungen in Basel, an denen gegen die Strafverfolgung gegen die «Nazifrei»-Aktivisten demonstriert wurde.

Zeichen der Gewalt: Bei der «Basel Nazifrei»-Demo im November 2018 flogen Gummischrot und Wurfgeschosse. (Bild: 20 Minuten)

Nach der «Basel Nazifrei»-Demo von 2018 wurden dutzende Strafverfahren gegen Beschuldigte eröffnet. Viele von ihnen sind noch nicht abgeschlossen. Wie «20 Minuten» weiter berichtet, hat die Aktion «500k» das Ziel, die Spendengelder gleichmässig unter den Angeklagten aufzuteilen. Jede angeklagte Person solle denselben Selbstbehalt bezahlen, der Rest werde dann mit dem gesammelten Geld ausgeglichen. Die Aktivisten rechnen als Beispiel vor: Belaufen sich die Gesamtkosten der Verfahren auf 600’000 Franken, muss bei den gesammelten 500’000 Franken jede beschuldigte Person 2’500 Franken selbst bezahlen. Wie hoch die Verfahrenskosten sind, ist wegen der hängigen Prozesse zurzeit noch unklar.

Vom Geld profitieren können laut der Kampagne alle Personen, die sich bei «500k» melden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*

Mehr aus dem Channel