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Der Telebasel News Beitrag vom 19. Januar 2022.
Baselland

Birsfelden streitet über Zentrumspläne

Ein Komitee ergriff das Referendum zu den Plänen des Birsfeldner Dorfzentrum. Gesammelt wurden mehr als doppelt so viele Unterschriften wie nötig.

In Birsfelden soll es im Zentrum künftig Platz für Wohnen, Wirtschaften und für die Kultur haben. Diesen Quartierplan nahm die Birsfelder Bevölkerung am 13. Dezember an der Gemeindeversammlung mit 244 Ja- gegenüber 113 Nein-Stimmen und elf Enthaltungen an.

Ein Komitee ergriff jedoch inzwischen das Referendum, sie sammelten 1’023 Unterschriften. Mehr als doppelt so viele wie nötig.

Gemeinde baue zu dicht und zu wenig Grün

Für die Gegner der Pläne des Birsfeldner Gemeinderats ist die Dichte der Baupläne das grösste Problem. Der Gemeinderat haltet aber dagegen, dass es weiterhin für alle genügend Platz haben wird.

«Im Verlauf dieses Projekt haben wir nachgewiesen, dass wir alle heutigen Nutzungen, also Quartiermarkt, Quartalsmarkt, Chilbi oder die Fasnacht… Das können wir alles weiterhin durchführen. Es hat absolut genügend Raum, um das zu machen», so der Birsfeldner Gemeindepräsident Christof Hiltmann. «Sehr wahrscheinlich ein wenig in einer anderen Form, also in Gassen und auf den Plätzen. Nicht so wie heute an nur einem Ort. Aber wir werden alles machen können», sagt er gegenüber Telebasel.

Das Referendumskomitee sieht mit den Plänen der Gemeinde aber zu wenig Platz für die Durchführung von Chilbi, Markt und Co: «Man kann schon überall etwas hineinquetschen. Dann hat es aber keinen kulturellen Wert mehr. In der Wohnzone ist das dann auch relativ Konflikt-lastig», heisst es etwa von Nicolas Zeuggin vom Referendumskomitee «Für ein grünes Zentrum».

Das Komitee befürworte zwar eine Veränderung im Gemeindezentrum: «Aber bitte nicht mit dieser Dichte und nicht so intensiv in diesen Schulraum. Wir können uns ganz viele Dinge vorstellen, aber keine solch wesentliche Wohnüberbauung in unserem öffentlichen Raum.»

Einmalige Chance für Birsfelden

Birsfelden hat regional eine einmalige Möglichkeit. Die meisten Zentren in den Baselbieter Gemeinden sind nämlich schon lange aus- oder überbaut. Während acht Jahren hat der Gemeinderat an den Plänen für das Zentrum gearbeitet.

«Wir hörten unterschiedlichste Anspruchsgruppen an, wir nahmen Verbesserungen vor. Besser als der jetzige Stand wird es nicht werden. Bis jetzt habe ich von der Bevölkerung, wie auch an der Gemeindeversammlung, praktisch nur positive Rückmeldungen bekommen», so Hiltmann. Der Gemeindepräsident ist zuversichtlich: «Ich bin sehr positiv, dass wir ein Ja sehen werden.»

Am 27. März stimmt Birsfelden über den Quartierplan ab. Bei einem Ja will die Gemeinde 2024 mit bauen beginnen und bis 2030 fertig sein.

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