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Die Medienkonferenz des Bundesrats im Rückblick. (Quelle: YouTube/Der Schweizerische Bundesrat)
Schweiz

Berset: «Es gibt keine Abkürzung in der Pandemie»

Möglicherweise Endemie, aber noch kein Ende der Pandemie: Der Bundesrat verkündete am Mittwoch eine baldige Lockerung der Massnahmen.
Pressekonferenz ist beendet

Die Medienkonferenz ist beendet. Wir danken Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit. Eine Übersicht finden Sie im nachfolgenden Ticker.

Berset: «Corona-Pandemie ist nicht fertig»

Gesundheitsminister Alain Berset hat an die Bevölkerung appelliert, die Omikron-Welle nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. «Die Corona-Pandemie ist nicht fertig.» Wenn der Bundesrat dieser Ansicht wäre, würde er die Massnahmen nicht verlängern.

Es sei schwierig vorauszusagen, was in den kommenden Wochen und Monaten passieren werde, sagte Berset am Mittwoch vor den Medien in Bern. Man werde die Lage immer wieder überdenken.

Die heutigen Entscheide im Überblick
Bundesrat erwartet noch mehr Spitaleintritte

«Die Pandemie ist noch nicht vorbei», so Gesundheitsminister Alain Berset. «Wir rechnen mit noch mehr Spitaleintritten.»

Dennoch: Die Schweizer Massnahmen seien einschneiden und schwerwiegend. Es gelte, diese möglichst bald aufzuheben, erklärt Berset der geplanten Schritte des Bundesrats.

Zertifikats-Gültigkeitsdauer gekürzt

Ab dem 31. Januar wird zudem die Gültigkeitsdauer der Zertifikate für Geimpfte und Genesene von heute einem Jahr auf 270 Tage verkürzt. Es bleibe essenziell, dass das Schweizer Zertifikat von der EU weiterhin anerkannt werde, hiess es in der Konsultation verschiedentlich. Wer vor Mai 2021 seine zweite Impfdosis erhalten hat und nicht geboostert ist, könnte also ab dem 1. Februar ohne Covid-Zertifikat dastehen.

Erleichterte Einreisebestimmungen

Trotz konfuser Lage beschloss der Bundesrat bereits jetzt kleinere Lockerungen. So müssen geimpfte und genesene Personen ab dem kommenden Samstag vor der Einreise in die Schweiz keinen negativen PCR- oder Antigen-Schnelltests mehr vorweisen. Für nicht geimpfte und nicht genesene Personen entfällt gleichzeitig die Pflicht eines zweiten Tests vier bis sieben Tage nach der Einreise. Das Einreiseformular muss neu nur noch von Personen ausgefüllt werden, die mit dem Flugzeug oder mit Fernverkehrsbussen in die Schweiz reisen.

Per 25. Januar wird zudem die Pflicht zur Erhebung von Kontaktdaten aufgehoben. Zuletzt bestand diese Pflicht noch für Discotheken und bestimmte Veranstaltungen.

Berset: «Wir müssen den Weg zu Ende gehen»

Obwohl Alain Berset die Pandemie-Situation am Mittwoch zurückhaltend zuversichtlich kommentierte, warnte der Gesundheitsminister davor, zu schnell vorpreschen zu wollen. «Es gibt keine Abkürzung in der Pandemie.»

«Wir müssen den Weg zu Ende gehen bis zu einer endemischen Situation», sagte Berset vor den Medien. Dieser Weg heisse, sich impfen und boostern lassen. Es werde noch viele Ansteckungen geben.

«Wissen nicht, wie sich fünfte Welle entwickeln wird»

«Wir sind in der fünften Welle. Wir wissen noch nicht, wie sie sich entwickeln wird», sagte der Gesundheitsminister. «Möglicherweise – vielleicht – haben wir den Zenit dieser Welle überschritten. Wir wissen es aber nicht.»

Nachdem es in den vergangenen Tagen so ausgesehen habe, habe es am Mittwoch wieder einen hohen Anstieg an Neuinfektionen gegeben. Das sei aber nicht so wichtig. Was dem Bundesrat wichtig sei, sei der Schutz der Spitäler und deren Kapazitäten.

An der vertiefenden Sitzung vom 2. Februar – in zwei Wochen – will der Bundesrat eine grössere Auslegeordnung unternehmen, um zu schauen, was angepasst werden könne.

Engpässe bei den Tests

Bei den Corona-Tests gibt es Engpässe. Deshalb setzt der Bundesrat Prioritäten. So sollen etwa in Altersheimen weiter PCR-Tests eingesetzt werden.

Bei Personen, die nicht in der Risikogruppe sind, könne man auch auf Schnelltests zur Diagnose setzen. Diese reichen nun auch, um ein Test-Zertifikat zu erlangen.

In der aktuellen Omikron-Situation müsse man Handeln. «Wir müssen Prioritäten setzen», so Berset.

Welle Ende Februar zu Ende?

Der Bundesrat hofft, dass die aktuelle Omikron-Welle spätestens Ende Februar zu Ende ist.

Bundesrat will am 2. Februar Auslegeordnung machen

Der Bundesrat will in der Corona-Pandemie weiter sehr flexibel bleiben. Er sieht im Moment trotz rekordhoher Neuansteckungen keine strengeren Massnahmen vor. Bereits am 2. Februar will er eine Auslegeordnung machen und schauen, ob Lockerungen möglich sind.

«Am Tag mit der höchsten Zahl an Neuansteckungen seit zwei Jahren müssen wir bescheiden sein und uns Zeit für Lockerungen geben», erklärte Bundesrat Alain Berset am Mittwoch vor den Medien in Bern.

Auf die Frage, warum es trotz hoher Neuansteckungen dennoch keine strengeren Massnahmen gebe, erklärte der Gesundheitsminister, dass spätestens seit dem August der Bundesrat die Spitalkapazitäten als Massstab nehme und nicht die Zahl der Ansteckungen.

Trotz der am Mittwoch fast 40’000 gemeldeten Neuansteckungen, habe sich die Situation in den Intensivstationen eher verbessert. Trotz der aktuell grossen Omikron-Welle spüre man bisher keine zu negative Entwicklung in den Spitälern

Das ist der Zeitrahmen

Die Regeln zur Kontaktquarantäne und die Homeoffice-Pflicht gelten bis Ende Februar; die übrigen Massnahmen provisorisch bis Ende März. Letztere umfassen die 2G- und die 2G-plus-Regel für gewisse Innenräume, die ausgeweitete Maskenpflicht innen, die 3G-Regel für Veranstaltungen draussen sowie die Einschränkung privater Treffen. Dieses Regime ist seit Mitte Dezember in Kraft und war bisher bis am 24. Januar befristet.

Wechsel zu Endemie?

Gesundheitsminister Alain Berset zeigt vorsichtig optimistisch: «Ich glaube wir stehen an einem Wechsel zur Endemie». Die Zahlen seien am Mittwoch auf einem Rekord-Niveau: Über 38’000 neue Fälle wurden gemeldet. Ob das schon der Höhepunkt der Welle sei, sei schwer abzuschätzen.

Allerdings stagnieren die Spitaleinweisungen weiter, in einigen Kantonen sinken die Hospitalisierungen sogar.

Man sehe zudem, dass die Impfungen sehr gut vor schweren Verläufen schützen würden. Aber: «Die Spitäler stehen weiter unter grossem Druck und sind sehr belastet.» Lesen Sie hier mehr zum Thema.

Grosse Lockerungsschritte in Sicht

Die Quarantäne und Homeoffice-Pflicht gelten bis Ende Februar, die 2G-(plus-)Regeln vorerst bis Ende März. Das hat der Bundesrat beschlossen. Auf weitergehende Massnahmen verzichtete er wie erwartet. Schon bald sollen erste grosse Lockerungsschritte skizziert werden. Mehr dazu lesen Sie hier.

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