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Die Medienkonferenz mit Fachexperten des Bundes vom 18. Januar 2022. (Stream: Youtube/Der Schweizerische Bundesrat)
Schweiz

BAG: «Höchststand an Infektionen könnte erreicht sein»

Die Fachexperten des Bundes versprühten am 18. Januar vor den Medien vorsichtigen Optimismus: Der Höhepunkt der Omikron-Welle könnte erreicht sein.
Ende der Medienkonferenz

Der Point de Presse der Fachexperten in Bern ist zu Ende. Wir danken Ihnen für Ihr Interesse und wünschen noch einen schönen Tag.

Bund plant Booster-Kampagne

Um die zögerlichen Personen doch noch für eine Auffrischimpfung zu motivieren, plant der Bund eine Kampagne. Das sagte Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle im Bundesamt für Gesundheit (BAG), am Dienstag vor den Medien in Bern.

Eine solche Kampagne sei derzeit in Arbeit, sagte sie. Teilweise sei sie in den sozialen Medien bereits angelaufen.

Insbesondere wenn die Zahl der Booster-Impfungen noch gesteigert werden könne, werde die epidemiologische Situation besser. Masserey zeigte sich generell «vorsichtig optimistisch», dass der Höchststand an Fällen erreicht sein könnte.

Anzahl Personen in Quarantäne steigt trotz reduzierter Dauer weiter

Die Zahl der Personen in Isolation und Quarantäne ist trotz der Verkürzung der Isolations- und Quarantäne-Dauer gegenüber der vergangenen Woche gestiegen. Das liegt gemäss dem obersten Kantonsarzt Rudolf Hauri daran, dass für Ansteckungen im Familienkreis die Dauer nicht verkürzt wurde.

Virginie Masserey ergänzte, dass die Anzahl auch steige, weil die Zahl der Ansteckungen weiterhin so hoch sei. Die Dauer der Isolation und Quarantäne wurde von zehn auf fünf Tage verkürzt, weil zunehmend Arbeitskräfte in vielen Bereichen des Arbeitslebens fehlten. Eine Entspannung hat sich demnach noch nicht eingestellt.

Angesprochen auf ein Register für Personen mit Longcovid winkte Masserey ab. Das BAG sei nicht überzeugt, dass ein Register helfe, auf die Fragen zu antworten, die sich stellten. Es brauche die Wissenschaft und dafür liefen derzeit Untersuchungen. Diese würden mehr Informationen liefern als ein Register, sagte Masserey. Dennoch werde ein Register derzeit diskutiert.

Gemäss Kenntnissen von Hauri ist derzeit kein Kanton daran, ein spezialisiertes Zentrum für Longcovid aufzubauen. Erste Ansprechstelle seien die Hausärzte, dann gebe es die speziellen Sprechstunden. Danach brauche es mehrere Konsultationen bei unterschiedlichen Spezialisten, je nach Symptomen, sagte Hauri.

Bundesamt für Gesundheit will an 2G-Regel festhalten

Die 2G-Regel macht aus Sicht der Bundesbehörden nach wie vor Sinn. Virginie Masserey, Leiterin der Sektion Infektionskontrolle Bundesamt für Gesundheit (BAG), begründete dies am Dienstag in Bern insbesondere mit dem Schutz der Ungeimpften.

Studien zur genauen Wirkung der Massnahme lägen noch nicht vor, sagte Masserey auf eine Journalistenfrage. Es gelte zu vermeiden, dass sich Menschen mit dem Coronavirus ansteckten, die keine Immunität aufgebaut hätten.

Insbesondere Geboosterte hätten einen guten Schutz gegen einen schweren Krankheitsverlauf, betone sie. Dasselbe gelte auch für kürzlich genesene Personen.

Bund arbeitet an Zulassung für Booster-Impfung für Teenager

Schon bald sollen sich auch 12- bis 15-jährige Personen boostern lassen können. Laut Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle im Bundesamt für Gesundheit (BAG), arbeitet der Bund aktuell eine Empfehlung für diese Altersgruppe aus.

Studien zeigten, dass eine Auffrischimpfung hilft, um besser gegen Omikron geschützt zu sein. Momentan können sich aber unter 16-Jährige noch nicht boostern lassen, da die Auffrischimpfung für junge Personen noch nicht zugelassen ist.

Das könnte sich nun bald ändern. Bis Ende Woche soll laut Masserey eine neue Empfehlung vorliegen.

Keine Entwarnung im Hinblick auf Hospitalisationen

Die Bundesbehörden sehen derzeit keinen Grund für eine Entwarnung im Hinblick auf die Spitaleinweisungen im Zusammenhang mit Covid-19. Dies sagte Virginie Masserey, Leiterin der Sektion Infektionskontrolle im Bundesamt für Gesundheit (BAG), am Dienstag vor den Medien in Bern.

Es sei zu früh, die von der Taskforce des Bundes vorgelegten Modelle zu verwerfen, so Masserey. Wo die Omikron-Welle besonders stark sei, namentlich in der Westschweiz, habe die Zahl der Spitaleintritte zugenommen.

Masserey verwies insbesondere darauf, dass es derzeit eine hohe Dunkelziffer bei den Neuansteckungen geben dürfte. Es sei gut möglich, dass sich in Wahrheit drei- bis viermal so viele Menschen ansteckten, wie offiziell gemeldet. Dies mache Prognosen sehr schwierig.

Ein Problem ist laut Masserey auch, dass es bei der Meldung der Spitaleintritte Verzögerungen gebe. So wisse man beispielsweise nicht, ob in der Romandie die Spitaleintritte nun wieder abnähmen.

Rudolf Hauri, Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte (VKS), sagte mit Blick auf seinen Heimatkanton Zug, dort betreffe Omikron noch immer vor allem Jüngere. Hauri räumte allerdings ein, er hätte erwartet, dass man auch in Zug früher eine Zunahme der Hospitalisationen sehen würde. Diese sei bisher ausgeblieben.

Hauri: Welle mit Spitaleinweisungen bislang ausgeblieben

In der Schweiz ist gemäss dem obersten Kantonsarzt seit der Ausbreitung der Omikron-Variante eine Welle an Hospitalisierten bislang ausgeblieben. Es gebe aber regionale Unterschiede.

Vor allem im Westen der Schweiz gebe es mehr Hospitalisierungen, sagte Rudolf Hauri, Zuger Kantonsarzt und Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte, am Dienstag vor den Medien in Bern. Das gleiche Bild zeige sich in Europa, sagte Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle im Bundesamt für Gesundheit (BAG). Bei Delta sei es gerade umgekehrt gewesen.

Die Spitäler seien aber weiterhin eingestellt auf eine hohe Belastung, sagte Hauri. Die Praxis zeige, dass ein guter Schutz durch die Impfung bestehe. Geimpfte würden zwar erkranken, würden allerdings selten ins Spital müssen und noch seltener eine Intensivbehandlung benötigen.

Nachhaltige Engpässe in Spitälern – ausser in Spezialgebieten wie der Jugendpsychiatrie – seien in der Akut-Pflege nicht bekannt geworden. Allerdings fehle teilweise das Personal wegen Erkrankungen, Isolation und Quarantäne. Regionale oder schweizweite Verlegungen sei bislang kaum nötig gewesen.

Zertifikat für Getestete bald Vergangenheit?

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) erwägt, das Covid-Zertifikat auf geimpfte und genesene Personen einzuschränken. Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle beim BAG, teilte an der Point de Presse vom Dienstag entsprechende Überlegungen mit. Noch sei diesbezüglich jedoch noch kein Entscheid gefallen.

Hintergrund der möglichen Anpassung: Die Genesenen und Geimpften – vor allem Geboosterte – seien nachweisbar weniger ansteckend als nur getestete Personen, so Masserey.

Corona-Fallzahlen stagnieren derzeit auf sehr hohem Niveau

Laut Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle im Bundesamt für Gesundheit (BAG), stagnieren die Corona-Fallzahlen derzeit auf sehr hohem Niveau. Der Höhepunkt der Omikron-Welle könnte bald erreicht sein.

In den vergangenen Tagen beobachte man nur noch einen «sehr langsamen Anstieg», sagte Masserey am Dienstag vor den Medien in Bern. Jedoch sei davon auszugehen, dass die Dunkelziffer hoch sei. Viele Personen dürften sich symptomfrei infizieren.

Die Situation auf den Intensivstationen ist laut Masserey derzeit stabil. Die Inzidenzen variierten zwischen den Kantonen sehr stark. Diese Zahlen würden sich, mit Verzögerung, auch noch bei den Spitaleinweisungen zeigen.

Mittlerweile haben laut dem Bund drei Millionen Menschen eine Auffrischungsimpfung erhalten. Masserey rief alle, die dies noch nicht gemacht hätten, zu einer Booster-Impfung auf. Je höher die Immunität in der Bevölkerung sei, desto besser meistere man die Omikron-Welle.

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