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Der Telebasel News-Beitrag vom 16. Januar 2022.
Basel

Droht Basel ein Bildungsgraben?

Unterrichtsausfälle und Fehlstunden an den Basler Schulen summieren sich. Dies kann bei einigen Kindern zu einem grossen Nachteil führen.

Die Quarantäne-Regeln wurden erst kürzlich angepasst, weil viele Menschen ihrer täglichen Arbeit nicht mehr nachgehen konnten. Ähnlich sah die Situation an den Basler Schulen aus. Wegen der Quarantäne, Isolation und dem Depooling fehlten die Schülerinnen und Schüler teilweise wochenlang. Jean-Michel Héritier, Präsident der freiwilligen Schulsynode, sprach diese Woche in einem Telebasel-Interview über die aktuelle Lage.

«Die Situation ist, dass es viele Schülerinnen und Schüler gibt, die oft wochenlang wegen Quarantäne und Isolationen abwesend sind. Gewisse Schülerinnen und Schüler sind sechs Wochen am Stück und noch länger abwesend, andere trifft es gar nicht. Im Durchschnitt ergibt das drei Wochen pro Kind und Schuljahr», so Jean-Michel Héritier.

Keine massiven Bildungslücken

Er hat sich deswegen mit einem Appell an die Kollegen und Kolleginnen vom Erziehungsdepartement gewandt. Der Co-Klassenlehrer der Primarschule Insel schlägt vor, dass die Zeugnisbedingungen entschärft werden, nicht, «dass wir die Schülerinnen und Schüler noch bestrafen, welche wegen Corona weniger gelernt haben, und deshalb ein schlechteres Zeugnis bekommen».

Für den Erziehungsdirektor Conradin Cramer kommt die Forderung allerdings etwas zu früh. Die Beurteilungsperiode würde nämlich erst jetzt Ende Januar beginnen. «Wir sind jetzt in dieser struben Zeit noch gar nicht in der Leistungsbeurteilung drin. Klarerweise muss man danach schauen, wenn es individuelle Schwierigkeiten gibt, weil Schülerinnen und Schüler länger gefehlt haben, schauen das die Lehrpersonen sehr sorgfältig an.

Kein Nachteil für Kinder, Jugendliche und Schülerinnen und Schüler

Der Erziehungsdirektor ist sich bewusst, dass die Lage aktuell etwas angespannt sei. Dennoch hält er an seinem Grundsatz fest. «Kinder, Jugendliche, Schülerinnen und Schüler dürfen keinen Nachteil aufgrund der Corona-Pandemie haben», so Cramer. Ihm seien aktuell auch keine gröberen Unterschiede im Bildungsniveau bekannt, denn die Lehrpersonen sorgten dafür, dass auch bei längeren Ausfällen keine Defizite drohen.

«Lehrpersonen holen mit den Schülerinnen und Schüler den Stoff individuell auf. Es ist auch so, dass die, welche länger in Quarantäne oder Isolation mussten, über die Fernunterrichtsmöglichkeiten etwas mitbekommen vom Schulstoff. Es wird keine Schülerin oder kein Schüler allein gelassen.»

Sollte es Ende Schuljahr dann doch zu Bildungsunterschieden kommen, werde das Erziehungsdepartement bei Einzelfällen aber auch Sonderregelungen prüfen, so Conradin Cramer.

2 Kommentare

  1. Die Lehrpersonen holen den verpassten Stoff bei Krankheit eben nicht nach. Sondern benoten sogar das Resultat, als wäre die Sus die ganze Zeit im Unterricht gewesen. Nach meinen Erfahrungen, machen die Lehrpersonen mit den SuS was sie wollen. Die Kids müssen einfach Glpck haben eine faire Lehrperson zu erhalten. Alle andern haben eben Pech gehabt.Report

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