Featured Video Play Icon
Der Telebasel News Beitrag vom 11. Januar 2022.
Basel

Nachteile in der schulischen Laufbahn

Quarantäne, Isolation und Depooling führen vermehrt zu Unterrichtsausfällen und Fehlstunden. Das hat zunehmend einen Einfluss auf die schulische Laufbahn.

Wenn Kinder in der Schule fehlen, kann es sein, dass sie einiges an Schulstoff verpassen. Wenn das nur kurzfristig der Fall ist, kann dieser in der Regel relativ problemlos aufgearbeitet werden. Während der Corona-Pandemie hat sich die Situation aber verschärft. Dies kann bei einigen Kinder zu einem grossen Nachteil in der schulischen Laufbahn führen.

Dieses Problem ist dem Präsidenten der Freiwilligen Schulsynode Basel-Stadt ebenfalls bereits aufgefallen. «Die Situation ist, dass es viele Schülerinnen und Schüler gibt, die oft wochenlang wegen Quarantäne und Isolationen abwesend sind. Gewisse Schülerinnen und Schüler sind sechs Wochen am Stück und noch länger abwesend, andere trifft es gar nicht. Im Durchschnitt ergibt das drei Wochen pro Kind und Schuljahr,» sagt Jean-Michel Héritier.

Förderprogramm gefordert

Davon betroffen sind oft Kinder, welche von den Eltern wenig schulische Unterstützung bekommen. Besonders diese Kinder haben Mühe mit dem Erwerb des Schulstoffs. Dies sei vor allem für die Chancengleichheit extrem problematisch, so Héritier. Die Leistungsunterschiede in den Klassen sind während der Pandemie noch grösser geworden. Darum, so Jean-Michel Héritier, müsste dringend gehandelt werden.

«Verbessern könnten wir einiges. Wir könnten zum Beispiel sofort ein Förderprogramm für die Schülerinnen und Schüler auf die Beine stellen, welche Aufgrund von Corona-Abwesenheiten einen Lehrrückstand haben. Gleichzeitig könnten wir die Zeugnisbedingungen anpassen. Dass wir zum Beispiel weniger Tests pro Fach oder Zeugnis machen.»

Nur das lernen, was behandelt wurde

Jean-Michel Héritier wünscht sich ausserdem, dass die Abwesenden für die Prüfungen nur das lernen müssen, was sie in der Schule auch behandelt haben. Er wendet sich aber auch mit einem Appell an die Kollegen des Erziehungsdepartements. «Das was ich mir am schnellsten wünsche ist, dass wir im Moment wirklich eine Entschärfung bei den Zeugnisbedingungen haben. Dass wir die Schülerinnen und Schüler nicht noch bestrafen, welche wegen Corona weniger gelernt haben, noch ein schlechteres Zeugnis haben.»

Eine Massnahme, welche gemäss dem Präsidenten der freiwilligen Schulsynode relativ einfach umsetzbar ist, weil Basel-Stadt schon jetzt viele Ressourcen in die Förderprogramme steckt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*

Mehr aus dem Channel