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Der Telebasel News Beitrag vom 8. Januar 2022.
Basel

Pfyfferli-Premiere weckt Hoffnung auf ein Wiedererwachen der (Vor-)Fasnacht

Ob FCB, Fasnacht nach Corona, Dating-Apps oder Rahmenabkommen: Das Pfyfferli begeistert auch vor einem maskierten 2G-Publikum mit musikalischen Stiggli.

Endlich eine gute Nachricht fürs Fasnachtsherz: Die Pfyfferli-Premiere konnte wie geplant stattfinden und begeisterte das Publikum. Auch 2G-Regeln und Maskenpflicht im Fauteuil taten der Stimmung keinen Abbruch.

Ein «Hofnaar» und ein «Altfrangg» zur Einstimmung: Schon im Innenhof begrüsst die Bajass Clique die ZuschauerInnen mit Piccoloklängen aus dem Fenster. Erinnerungen an den Nicht-Morgestraich vor zwei Jahren werden wach. Auch thematisch ist Corona an der Vorfasnachtsveranstaltung präsent: So knüpft das Ensemble zu Beginn als «Covidian Harmonists» ans letzte Pfyfferli an, welches bloss auf dem Bildschirm zu sehen war.

Nun kann das fünfköpfige Ensemble wieder vor Publikum spielen. Roland Hermann besingt als Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger den letzten Tag der Pandemie – im ungleichen Duett mit einer Massnahmengegnerin. Caroline Rasser wertet in ihrer Paraderolle als Frau Hubesack-Labhardt Spucktests aus und erzählt von ihrer Teilnahme an Schwurbler-Demos. Für viele Lacher im Publikum sorgt das Rahmenstück «Waisch no?»: Zwei ältere Aggtivi belehren eine junge Fasnächtlerin über den Morgestraich, wie er früher einmal war. Das spielt sich aber in ferner Zukunft ab: Sie schwelgen in Erinnerungen an die ersten drey scheenschte Dääg nach der Pandemie. Eine herrliche Persiflage auf die Eigenheiten der Fasnächtler, aber auch ein Hoffnungsfunken auf ein Revival nach Corona.

Ein Lied für Ceccaroni & Co.

Es bleibt aber nicht bei Covid-19. Das Ensemble brilliert mit einer Ode an die Geschichte des FCB, frei nach «Every Breath You Take» von The Police. Dies ganz zur Freude von FCB-Legende Massimo Ceccaroni im Publikum, der in diesem Lied selbstverständlich nicht fehlen darf. Sture Eidgenossen feiern das gescheiterte Rahmenabkommen und die Frauenzunft «Daigjunte» klönt über die Aufnahme von Männern. Partnersuche im Zeitalter von Tinder macht aus dem Bolero «Perhaps» ein ebenso unverbindliches «Per Apps».

Ein Highlight ist auch das «Märli vom Schnitzelbangg-Maitli». Salomé Jantz tritt als lebendige Bangg-Enzyklopädie auf, die auch den Marathonvers vom Singvogel auswendig kann. Apropos Bängg: Auch diese drehen sich dieses Jahr um Corona. So nehmen Heiri und Spitzbueb in ihren Versen sowohl Engelberger, Berset und das BAG aufs Korn, aber auch die Freiheitstrychler und Djokovic.

Die Vorfasnacht hat auch ihren Platz für Trauermomente: Das Pfyfferli gedenkt auch des verstorbenen Peperoni, der als Bangg lange zu den Stammgästen im Fauteuil gehörte. In einen Stiggli wird auch eine Träne für den einen der beiden Stroossewischer vergossen. Beim musikalischen Part geben die Bajass Clique zusammen mit den Ordonnänzler den Ton, zum Beispiel mit einem San Carlo. Erstmals sind auch zwei Blechbläser mit von der Partie. Für stimmungsvolle musikalische Übergänge zwischen den Nummern sorgt auch Bettina Urfer am Piano. Kurzum: Sowohl musikalisch wie auch textlich hat die Vorfasnacht mit dem Pfyfferli einen glanzvollen Auftakt hingelegt.

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