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Der Telebasel Sonntags-Talk vom 9. Januar 2022.
Basel

Fasnachts-Verschiebung, AKWs und Primaten-Initiative

Soll die Fasnacht verschoben werden? Sind AKWs grün? Darüber und mehr diskutieren im Sonntags-Talk Anita Fetz, Conradin Cramer und Markus Somm.

Comeback der AKWs? EU-Kommission erklärt sie als «grün»

Als die SVP sich im Herbst in einem Positionspapier für neue AKWs in der Schweiz aussprach, belächelte man die Partei als ewiggestrig, ihr Ansinnen als illusorisch. Seit Weihnachten ist das Lächeln verschwunden. Die EU-Kommission will Investitionen in Gas- und Atomkraftwerke unter bestimmten Bedingungen als klimafreundlich einstufen. Ein ARD-Kommentator schrieb, «das Lager der Atomkraft-Gegner hat in der Union zu wenig Gewicht, um die Einstufung abzuwenden.» Zur Erinnerung: Die EU, das ist jenes Gebilde, mit dem die Schweiz verzweifelt eine Übereinkunft sucht. Die FDP will Ende Februar über das vom Souverän beschlossene Verbot für neue AKWs diskutieren. Die Kernenergie gilt mittlerweile als völlig unrentabel. Aber Eric Nussbaumer, SP-Nationalrat und Atomkraftgegner, fürchtet bereits, dass Atomkraftwerke mit staatlichen Subventionen versorgt werden könnten.

Primaten-Initiative: Rechte für Affen

Die Initianten schreiben: «Deshalb fordern wir hier in Basel das erste Mal weltweit die Einführung von eingeschränkten Grundrechten auf Leben sowie auf körperliche und geistige Unversehrtheit für nicht-menschliche Primaten auf kantonaler Verfassungsstufe. Basel hat dadurch die Chance, eine internationale Vorreiterrolle zu übernehmen!» Die Basler Politik hatte von links bis rechts keine Lust auf diese Rolle, wehrte die Initiative als verfassungswidrig ab, muss nun aber doch die Abstimmung durchführen. Zwar heisst es nun, die Initiative gälte nur für die kantonalen Aktivitäten. Aber ist das so sicher? Sicher wäre die Forschungstätigkeit der Universität Basel tangiert. Wie würden internationale Pharmafirmen ihre Forschungstätigkeit disponieren, wenn sie damit rechnen müssen, dass einer Klage gegen bestimmte Tierversuche Erfolg beschieden sein könnte? Und der Zoo? Eine Studie, angeregt von der Initiative, könnte ja ergeben, dass die Affen im Zolli unter dauernder Publikumsbeobachtung gestresst würden. Daraus resultierte im Minimum ein starker Druck auf die Basler Institution.

Ist der überhaupt noch abzuwenden? Und ist das nicht richtig so? Mit welchem Recht leisten wir eigentlich Widerstand gegen die Pflicht, Artgenossen nicht zu schädigen? Haben uns der Klimawandel, die laufende Umweltkatastrophe noch nicht genügend gelehrt, dass wir unser Bewusstsein endlich von der Um- zur Mitwelt ändern müssten? Dass nicht allein Gewinnstreben und ein daraus konstruierter Sachzwang über unsere Do’s und Don’ts bestimmen sollten? Dass wir dem Leben aller Lebewesen stärker verpflichtet sein sollten als dem Geschäft? Bedeutet unsere evolutionäre Überlegenheit nicht die Pflicht, statt Ausbeutung Pflege zu betreiben? Mittlerweile hat sich die politische Linke der Initiative angeschlossen. Sie hat also eine Chance.

Sollen wir die Basler Fasnacht verschieben?

Man solle sich einer Prüfung nicht verschliessen, meinte Regierungspräsident Beat Jans. Und setzte sich in die Nesseln. Die Fasnacht, die Basler Fasnacht!, verschieben? Das klingt etwa so unbaslerisch, wie Räppli mit «Konfetti» bezeichnen. Sogar Wikipedia weiss: «Sie beginnt am Montag nach Aschermittwoch um 4 Uhr morgens mit dem Morgestraich, dauert exakt 72 Stunden und endet also am Donnerstagmorgen wiederum um 4 Uhr mit dem Ändstraich.» Mit der Fasnacht vertreiben wir den Winter, sagte Fasnächtler und LDP-Grossrat André Auderset im Telebasel-Talk. Aufgebracht haben die Idee ja auch nicht Hiesige. Lörrach will verschieben, Baselbieter Gemeinden prüfen den Schritt. Mit guten Gründen. Die Ansteckungskurve steht beinahe senkrecht. Der Cortège wurde bereits abgesagt. Nächste Woche will sich die Regierung zum Morgestraich äussern. Bereits wurden der neue Vorfasnachts-Abend «Laaferi» verschoben, das «Mimösli» im 30. Jubiläumsjahr abgesagt. Weitere Anlässe stehen auf der Spitze.

Im Sonntags-Talk diskutieren über diese Themen:

  • Anita Fetz, ehemalige Basler Ständerätin (SP)
  • Conradin Cramer, Basler Regierungsrat (LDP)
  • Markus Somm, Chefredaktor Nebelspalter.

5 Kommentare

  1. und wer ist denn dieser neue Stöckli, der da moderiert?
    Nein, er macht das gut, der Baschi…
    Aber Euch muss ich schon sagen: Es wäre nett, wenn ihr Euere Kundschaft etwas besser (oder überhaupt!) über Personal-Veränderungen informieren würdet!
    So vermisse ich z.B. auch den René Häfliger mit seinen beiden Plauderi-Kumpels bei den FCB-Spielen….. einfach liquidiert?
    Bitte informiert doch…. es interessiert vermutlich nicht nur mich! Vielen Dank.Report

  2. Auf wann denn verschieben, das ist ja lächerlich!! Wie stellt ihr 3 euch das denn vor?? Ich kann mich an Fasnacht en erinnern, da waren die Temperaturen über 20 Grad, für Fasnächtler eine Katastrophe.. Schuster bleib bei deinen Leisten, lasst das die Fasnächtler entscheiden, schliesslich habt ihr sie 2020 echt brutal im Stich gelassen, alles war eingekauft, geplant und schon fast sicher, ABER am Freitag vor dem Morgenstreich abzusagen, war eine bodenlose Frechheit, das fairerweise viel früher sein müssen, ihr habt damit Existenzen zerstört..Report

  3. Ich möchte euch drei einmal sehen wenn es 30 bis 35 grad hat, in eine Kostüm und einer Larve Pfyffe und Drummle.
    Das geht nicht es ist schlimm wenn die Fasnacht wieder nicht statt finden würde hart das ganze ich war auch fünfzig Jahre Aktiv aber das ist ein Witz es zu verschieben echt .Report

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