Vater Srdjan Djoković stärkt seinem Sohn Novak den Rücken. (Bilder: Keystone)
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Djokovićs Vater: «Novak ist Spartakus»

Novak Djoković wird die Einreise nach Australien verwehrt. Ein definitiver Entscheid soll am Montag folgen. Djokovićs Vater tobt und wittert eine Verschwörung.

Die australischen Behörden bleiben hart: Nachdem Novak Djoković am Dienstag seine Teilnahme an den Australian Open mittels einer Ausnahmebewilligung in den sozialen Medien angekündigt hatte, wurde ihm am Mittwoch, 5. Januar 2022, am Flughafen in Melbourne die Einreise verwehrt.

Die Weltnummer 1 musste während Stunden ausharren, wurde am Flughafen von Grenzbeamten befragt. Da er keinen Nachweis zur Erfüllung der australischen  Einreisebestimmungen erbringen konnte, wurde sein Visum storniert.

Novak Djoković wurde anschliessend in ein Quarantäne-Hotel in Melbourne gebracht, wo er sich momentan noch befindet. Der Serbe hofft auf einen Rekurs, den seine Anwälte ins Feld führen wollen, damit er doch noch an den Australian Open teilnehmen kann. Wie ein Anwalt der australischen Regierung erklärte, werde Djoković nicht vor Montag, 10. Januar, ausgewiesen. Dann soll der Rekurs behandelt werden.

Vater Djoković: «Mein Sohn ist in Gefangenschaft»

Novak Djokovićs Vater ist über das vorläufige Einreiseverbot erzürnt: «Es ist beschämend», sagt Srdjan Djoković gegenüber der serbischen Zeitung «Blic». Er könne nicht mit meinem Sohn sprechen, die australischen Behörden würden Novak «als Kriminellen» darstellen, so der 61-Jährige. Er habe keine Worte für all das, «was sie ihm angetan haben».

«Mein Sohn ist heute Nacht in australischer Gefangenschaft, aber er war noch nie freier», tobt Vater Srdjan weiter. Novak sei nun «zum Symbol und Führer der freien Welt geworden», er sei der «Spartakus der neuen Welt, die keine Ungerechtigkeit, Kolonialismus und Heuchelei duldet, sondern für die Gleichberechtigung aller Menschen auf dem Planeten kämpft». Der heroischen Worte nicht genug, vermutet Srdjan Djoković eine Verschwörung gegen den Weltstar. Vielleicht lasse «die reiche Welt» Novak nicht mehr Tennis spielen, aber dadurch habe sie ihr wahres Gesicht enthüllt und ein viel ernsteres Spiel beginne nun: «Auf der einen Seite gierige Mitglieder der Weltoligarchie, auf der anderen die ganze freiheitsliebende und stolze Welt, die immer noch an Gerechtigkeit, Wahrheit, Fairplay und die Träume ihrer Kinder glaubt.»

Serbiens Präsident poltert

Auch die serbische Politik zeigt sich über die Ausweisung von Novak Djoković aus Australien empört. «Ganz Serbien steht hinter ihm», schrieb der serbische Präsident Aleksandar Vučić in der Nacht zum Donnerstag nach einem Telefonat mit Djoković auf Instagram. «Unsere Behörden werden alle Massnahmen ergreifen, um die Schikanierung des besten Tennisspielers der Welt binnen kürzester Zeit zu beenden.»

Die regierungsnahen Medien machten in der serbischen Hauptstadt Belgrad Stimmung gegen den Entscheid der australischen Behörden. «Das ist der grösste Sportskandal aller Zeiten», titelte das Boulevard-Blatt «Kurir» am Donnerstag, 6. Januar. Ähnlich präsentierte sich die Zeitung «Informer» mit ihrer Titelseite: «Skandal und Schande: Novak in Melbourne festgenommen».

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