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Der Telebasel Talk vom 5. Januar 2021.
Region

Wieso ist die Linke für die Primateninitiative?

Sollen Affen Grundrechte erhalten? Welche Auswirkungen hätte die Primateninitiative, über die Basel im Februar abstimmt? SP und Grüne unterstützen sie.

Die Basler Politik hat sich lange gegen die Initiative gesträubt, die den Primaten «das Recht auf Leben sowie auf körperliche und geistige Unversehrtheit» garantieren will. Sie entspricht so sehr den Diskursen der «woke»-Generation, dass ihr Ausgang international beobachtet wird. Und für Unruhe beim Basler Zoo und der Wirtschaft sorgt. So schrieb die Handelskammer beider Basel: «Am 13. Februar 2022 stimmen wir national und im Kanton Basel-Stadt über zwei Initiativen ab, die für unseren Wirtschafts- und Life Sciences-Standort von grosser Bedeutung sind: National ist dies das «Tier- und Menschenversuchsverbot», das einem Forschungsverbot gleichkommt, und kantonal die «Primateninitiative». Beide Initiativen stellen einen direkten Angriff auf den Wirtschafts- und Forschungsstandort dar.»

Initianten argumentieren mit Tierversuchen

Zwar wurde in den Parlamentsdebatten darauf hingewiesen, dass die Primateninitiative lediglich für die Aktivitäten des Kantons gelte und der Kanton keine Affen halte. Ferner führe die Pharma in Basel ja keine Versuche mehr an Primaten durch. Aber die Initianten argumentieren für ihr Begehren durchaus mit Tierversuchen: Nämlich, dass in Basel alleine in den letzten 10 Jahren 929 belastende Primatenversuche durchgeführt worden seien. Zudem kritisieren sie, dass Primaten zu «Unterhaltungszwecken ausgestellt» und bei Komplikationen eingeschläfert würden. Solche Praktiken seien moralisch kaum zu rechtfertigen. Die Initianten wollen also Änderungen herbeiführen. Dass wir die Zoo-Haltung überdenken müssten, meinte auch Initiantin Meret Schneider im Talk vom 23. September 2010.

Die Verantwortung für den Pharma-Standort

Mittlerweile haben sich alle Linksparteien zustimmend zur Initiative geäussert, SP und Grüne gar die Ja-Parole beschlossen. «Es ist schwierig, zu dieser Forderung Nein zu sagen. Wer sind wir, dass wir einem Tier solche Rechte nicht zugestehen wollen», sagte SP-Co-Präsidentin Lisa Mathys zur BZ. Auch dann, wenn eine angeblich eher symbolisch gemeinte Forderung dazu führen könnte, dass mehr Tierversuche an Orte verlegt werden, wo der Schutz der Tiere weniger gilt als hier? Die SP als dominierende Partei steht im Clinch zwischen der Verantwortung für den Pharma-Standort und ihren Idealen.

Im Talk 5. Januar 2022: Christian von Wartburg, Grossrat SP BS, und Benjamin van Vulpen, Co-Präsident Grüne BS, ab 18.45 Uhr.

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