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Der Telebasel News Beitrag vom 31. Dezember 2021.
Basel

«Für mich ist das nur vergleichbar mit dem Morgestraich»

Corona macht es den Blasmusikvereinen nicht einfach. Unter Einhaltung der Regeln wollen die Posaunenchöre dennoch für einen besinnlichen Jahresabschluss sorgen.

Es ist eine Tradition, die bis ins Mittelalter zurückreicht und vor dem Zwölfuhrschlag für einen stimmungsvollen Moment sorgt. Die Rede ist von den Turmbläsern beim Basler Münster. Ob «Grosser Gott, wir loben dich» oder «Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren»: Der Stadtposaunenchor Basel gibt jeweils an Silvester die bekannten Choräle zum Besten – zwar nicht mehr in Türmen, wohl aber auf der Galerie des Münsters.

«Für mich ist das nur vergleichbar mit dem Morgestraich», sagt Hans-Georg Schaub, Co-Präsident des Stadtposaunenchors. Zwar sei es mit den Chorälen etwas ganz anderes sei, wie er als Fasnächtler und Kirchenmusiker erklärt. Auch hier treffe ganz Gegensätzliches aufeinander. «Es ist ein aus Erhabenheit, wenn man dort oben auf der Galerie ist, und auch einer gewissen Trauer – man merkt, wie alles vergänglich ist.» Während des Spielens gehe ihm alles, was er das Jahr hindurch erlebt hat, durch den Kopf, sowohl das Wunderbare wie auch das Furchtbare.

Härtere Corona-Auflagen für Blasmusik

Gerade gegen Ende des zweiten Corona-Jahres fällt der besinnliche Abschluss eine besondere Bedeutung zu. Die Pandemie hat aber auch das Musizieren beeinträchtigt. Anfangs war das Vereinsleben stillgelegt. Unter den Corona-Auflagen waren dann Proben und Konzerte wieder möglich.

Der Bundesratsentscheid vom Dezember trifft aber die Blasmusik wieder hart. Bei Proben gelten dort nun 2G+. Auch Geimpfte benötigen demnach einen Test. Es sei denn, die zweite oder die Booster-Impfung liegt maximal vier Monate zurück.

Riehener wollen sich nicht mehr in den Turm zwängen

Dies hat auch Konsequenzen für den Posaunenchor Riehen. Dessen Proben beginnen im Januar wieder. Wie Vize-Dirigent Georges Pfister erklärt, stehe dann dort jemand, um die Zertifikate zu kontrollieren. Das Kondenswasser aus den Blechblasinstrumenten werde zudem in wegwerfbaren Tüchern gesammelt und entsorgt.

Auch für seinen Verein steht zum Jahresende ein kleiner Auftritt an. Dabei zwängen sich die Blechbläser nicht mehr in den Turm der Riehener Dorfkirche, sondern spielen vor dem Gotteshaus. Diese Änderung kam aber schon vor Corona zustande: Das Vogelschutzgitter machte den Turmbläsern einen Strich durch die Rechnung – für den Zug der Posaune ein Hindernis. Ohnehin sei es dort oben zu eng und das Spielen gleich bei den Leuten mache mehr Spass, wie Georges Pfister erklärt.

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