Ein Tambourmajor mit dickem Bauch – die Begeisterung über die diesjährige Plakette hält sich bei einigen Fasnächtlern in Grenzen. (Bild: Keystone/Montage: Telebasel)
Basel

Heftige Kontroverse um Tambourmajor-Plakette

Die Plakette 2022 zeigt einen Tambourmajor mit Corona-Bauch. Der Entwurf sei «hervorragend gelungen», so das Comité. Viele Fasnächtler sind da anderer Meinung.

Am Mittwoch stellte das Comité im Volkshaus Basel das Motto und die Blaggedde für die bevorstehende Fasnacht im März 2022 vor. Aus 129 Einsendungen fiel der Entscheid zum fünften Mal auf einen Entwurf des Künstlers Kurt Walter. Er zeigt einen Tambourmajor mit dickem Bauch, Schnauz, Helm und zu enger Uniform.

Der üppige Bauchumfang spiele auf Home Office und den Mangel an Bewegung während der Pandemie an. Der Tambour trage ein Kostüm wie «auf dem Estrich zusammengewürfelt», erklärt Mathias Brenneis, der Plakettenveramtwortliche des Comités am Mittwoch vor den Medien. Man habe das Thema Corona nicht allzu dominant darstellen wollen, das sei Kurt Walter «hervorragend gelungen».

«Pietätslos»

Diese Meinung teilen viele Fasnächtlerinnen und Fasnächler nicht. Die neue Blaggedde wird seit Mittwoch heiss diskutiert. So kommentiert ein Telebasel-User, dass man mit dem Tambour mit dem dicken Bauch «eine Randgruppe ins Lächerliche» ziehe. «Es gab schon deutlich bessere», stimmt ein anderer zu.

Und auch auf Facebook häufen sich kritische Kommentare, nachdem Telebasel-Talk-Produzent Claude Bühler am Mittwoch in die Runde fragte, wie die neue Blaggedde gefällt. Die Reaktionen reichen von «pietätslos» über «unpassend» bis hin zu «militaristisch» und «konservativ». Gerade in Zeiten der Pandemie seien viele von Armut betroffen und hätten kein Geld für ein Kostüm, lautet das Feedback eines weiteren Facebook-Users.

«Schön und stimmig»

Andere Fasnächtlerinnen und Fasnächtler hingegen finden mehr Gefallen an der neuen Blaggedde: «Passt in diese Zeiten», heisst es in einem der Kommentare. «Schön und stimmig», heisst es weiter.

Ob sie nun gefällt oder nicht: Die FasnächtlerInnen sind auf die Einnahmen aus dem Plaketten-Verkauf angewiesen. Das betont Obfrau Pia Inderbitzin im Interview mit Telebasel am Mittwoch: «Wir müssen die Jungen Garden bei der Stange halten. Das kostet auch, wenn man da etwas machen will». Die Cliquen hätten ohnehin Auslagen: «Sie haben ja Cliquen-Keller, wofür sie Miete zahlen müssen, die zum Teil nicht reduziert wurden in dieser Zeit». In einer Zeit, in der die Cliquen aber selbst keine Einnahmen generieren, um die Mieten zu bezahlen. «Darum ist es wichtig, dass es Subventionen gibt», sagt Inderbitzin.

6 Kommentare

  1. Bei den Fasnächtlern werden bereits Bestellungen annulliert und das Comite nimmt sie nicht mehr zurück, ein Gegenseitiges Entgegenkommen wäre doch schön oder geht doch wieder alles auf uns Fasnächtler?Report

  2. Was mich irritiert: Dieser Tambourmajor trägt ja gar keine Larve. War das Absicht? Was hat ein Tambourmajor ohne Larve aber mit der Basler Fasnacht zu tun? Oder verstehe ich da irgendwas nicht richtig?Report

  3. So hat nun jedeR die Möglichkeit an der Darstellung herumzukritteln! Gehet hin und plündert das Fasnachtsarchiv und vernichtet alles was je nicht politisch korrekt war! AmenReport

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