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Der Telebasel News-Beitrag vom 28. Dezember 2021.
Schweiz

Lästige Werbeanrufe trotz des Verbots

Seit einem Jahr sind Werbeanrufe ohne explizite Einwilligung nicht mehr erlaubt. Trotzdem kommen sie noch vor.

«Wir haben leider wie so oft das Problem bei der Rechtsdurchsetzung. Das heisst diese Call Center-Anrufe, dieses Telefon-Spam ist jetzt zwar streng reguliert, eigentlich weitgehend verboten, aber da halten sich Anbieter, die im Ausland sitzen, leider nicht daran», sagt Martin Steiger, Rechtsanwalt mit Schwerpunkt Datenschutz.

Das sei auch die Schwierigkeit, denn wenn die Spammer aus dem Ausland agieren, dauere es mit Rechtshilfegesuchen sehr lange, bis überhaupt Anklage erhoben werden könne.

Schweizer Handy-Nummern

Doch auch wenn die Täter im Ausland operieren, kommen viele solcher Anrufe mit Schweizer Mobil-Nummern daher. «Es gibt wie zwei Tricks: die Nummern werden gefälscht, das heisst die Nummer funktionieren häufig gar nicht, zum Teil sind es auch Schweizer Handy-Nummern, die gefälscht werden – durch die Internettelefonie ist das vergleichsweise einfach möglich», so Anwalt Steiger.

Eine neue Masche bei den Spam-Anrufen sei, dass man behauptet, es handle sich um eine Umfrage. Ist das denn legal? Nein, sagt Steiger, aber: «In einschlägigen Kreisen kursiert das Gerücht, dass wenn man eine Umfrage mache, könne man dieses Verbot von Telefonwerbung umgehen, das stimmt aber natürlich nicht».

«Telefonhygiene» als Lernfeld

Die Möglichkeit besteht zwar, Strafanzeige zu erstatten, doch die Chancen stünden schlecht, dass diese aufgeklärt wird, besonders wenn die Täter im Ausland agieren. Martin Steiger empfiehlt folgende Prävention: «Es ist einfach, wenn man so ein bisschen auf die Telefonhygiene achtet. Und auch beim Smartphone kann man das heute so einstellen, dass nur Leute klingeln lassen können, die man im Adressbuch hat und eben, wie gesagt, man muss einen Anruf nicht entgegennehmen».

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