Im ersten Pandemiemonat März 2020 war in der Schweiz bei jedem zehnten verstorbenen Mann Covid-19 die Haupttodesursache, bei den Frauen war das in sechs Prozent der Fall. (Bild: Keystone)
Schweiz

95 Prozent der Corona-Toten im ersten Pandemiemonat waren über 65

95 Prozent der im März 2020 an Covid-19 Verstorbenen waren 65-jährig oder älter. 91 Prozent hatten Begleiterkrankungen.

Im März 2020 kam es in der Schweizer Wohnbevölkerung zu 576 Sterbefällen, bei denen Covid-19 auf dem Todesursachenzertifikat als Haupt-oder Begleitursache angegeben war. Bei 547 von ihnen war Covid-19 Haupttodesursache, zu 63 Prozent betraf das Männer.

Die Mehrzahl der Covid-19-Sterbefälle trat bei 65-bis 84-Jährigen (49 Prozent) und bei Personen im Alter von 85 Jahren und darüber (46 Prozent) auf. Bei 91 Prozent der mit Hauptdiagnose Covid-19 Verstorbenen wird auf dem Todesursachezertifikat mindestens eine Begleiterkrankung genannt; dabei kann es sich sowohl um eine Vorerkrankung als auch um eine Folgekrankheit handeln.

Meist Herz-Kreislauf-Erkrankungen

In 70 Prozent der an Covid-19 als Haupttodesursache verstorbenen Männer und in 57 Prozent der an Covid-19 als Haupttodesursache verstorbenen Frauen wurden Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf dem Todesursachenzertifikat als Begleiterkrankung erwähnt. Atemwegserkrankungen waren bei 77 Prozent der Covid-Todesfälle bei Männern und in 75 Prozent bei Frauen Begleiterkrankungen, gefolgt von Diabetes mellitus (14 Prozent bei Männern, 13 Prozent bei Frauen).

Das ergibt eine am Donnerstag veröffentlichte ausserordentliche Auswertung des Bundesamt für Statistik (BFS). Die Veröffentlichung von provisorischen Zahlen zu den Todesursachen im ersten Quartal 2020 wurde wegen des erhöhten Interesses vorgezogen. Normalerweise dauert die Erstellung einer Todesursachenstatistik fast zwei Jahre.

Häufigste Todesursachen immer noch Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs

Abgesehen von Covid-19 bewegte sich die Todesfallstatistik im Rahmen der Vorjahre: Von den 18’501 Personen, die im ersten Quartal 2020 starben, erlagen 27 Prozent der Männer und 31 Prozent der Frauen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Krebs war die zweithäufigste Todesursache – 25 Prozent der Todesfälle bei Männern und 19 Prozent bei Frauen waren darauf zurückzuführen.

Das BFS weist darauf hin , dass die publizierten Zahlen erst provisorisch sind, unter anderem, weil noch nicht alle Meldungen eingetroffen und ausgewertet sind. Die endgültige Jahresauswertung werde publiziert, sobald die Daten aller Monate kodiert und analysiert seien.

Dass die Zahlen leicht abweichen von denjenigen des Bundesamts für Gesundheit (BAG), liegt gemäss BFS an der unterschiedlichen Erfassungsmethode: Das BFS wertet auf der Basis der Todesursachenzertifikaten aus. Die Fachpersonen, welche diese ausstellen, diagnostizieren nicht immer aufgrund von Laborbestätigungen – wie beim BAG –, sondern manchmal aufgrund der Symptome.

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