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Der Telebasel News Beitrag vom 25. Dezember 2021.
Basel

Mit und ohne Zertifikat gestaffelt zum Abendmahl

Religiöse Veranstaltungen unterliegen nicht der Zertifikatspflicht. Die Dorfkirche Riehen zeigt, wie ein sicherer Gottesdienstbesuch trotzdem möglich ist.

Ohne Covid-Zertifikat läuft im Moment nicht viel. Ausser in der Kirche, denn religiöse Veranstaltungen unterliegen nicht der Zertifikatspflicht. Für Veranstaltungen in Innenräumen gilt eine Begrenzung von 50 Personen. Ansonsten muss 2G angewendet werden.

Die Riehener zeigen am Weihnachtstag: Gottesdienst feiern in Pandemie-Zeiten funktioniert, aber einfach gestaffelt. In der reformierten Dorfkirche findet am 25. Dezember ein fliegender Wechsel statt: Von 9 bis 10 Uhr gibt es den Gottesdienst für alle ohne Zertifikat und von 10 bis 11 Uhr für alle Geimpften und Genesenen.

Für den Pfarrer sei es wichtig gewesen, allen Menschen einen sicheren Gottesdienst zu ermöglichen. «Wir hatten zwar nicht viele Leute im ersten Gottesdienst, aber es kamen trotzdem zwischen 20 und 30 Personen», so Dan Holder gegenüber Telebasel. Der zweite, zertifizierte Gottesdienst sei zwar deutlich besser besucht gewesen. Aber mit dem gestaffelten Verfahren habe man allen einen Weihnachtsgottesdienst ermöglichen können. «Die Leute aus dem ersten Gottesdienst sahen die Leute aus dem zweiten beim Rausgehen, die andern sahen sie beim Reingehen und so hat man ein wenig Gemeinschaft geschafft. Das hat einigermassen gut funktioniert, ohne dass es allzu spalterisch gewesen wäre», so Holder.

«Die Leute sind anders»

Ein Fünftel weniger Leute hätte es gehabt als sonst, so der Pfarrer. Interessanterweise seien an diesem Weihnachtstag aber nicht nur Leute fern geblieben, sondern auch neue dazu gekommen. Solche, die gemerkt hätten, dass sie die Gemeinschaft jetzt mehr bräuchten, erklärt Holder. So habe es ein wenig mehr Durchmischung gegeben.

Trotzdem, die Pandemie habe die Leute verändert: «Die Leute sind anders. Sie waren anfangs viel vorsichtiger, hatten teilweise auch ein bisschen Angst voreinander, was nicht toll ist. Niemand wusste genau, wie man das handeln soll. Das hat zwischendurch zu Irritationen geführt, das Frust-Level der Leute war niedriger als auch schon. Das heisst, man wurde schneller ein wenig heftiger miteinander. Das war schon so. Das macht es natürlich in diesem Raum, wo wir versuchen, miteinander auszukommen, nicht einfacher.»

Pfarrer Holder spricht sich für das Impfen aus

Isolation und Einsamkeit seien ein Problem gewesen, erzählt Holder. Das habe man im Gespräch mit den Leuten gemerkt. Auch sonst gebe es viele offene Fragen. Gerade auch bei der Impfthematik: «Alles unter die Impffrage zu stellen, ist nicht ganz einfach. Leute, die sonst das ganze Leben sehr aufrichtig gelebt haben, aber nicht geimpft sind, sind jetzt die Bösen. Und Leute, die sehr fragwürdig gelebt haben und jetzt geimpft sind, die sind plötzlich toll. Es verschiebt sich etwas, was nicht ganz nachvollziehbar ist.» Für die Impfung spricht sich Pfarrer Holder trotzdem aus: «Ich finde es letztlich auch gut, wenn so viele wie möglich geimpft sind. Aber der Zwang, sich in etwas einpassen zu müssen, ist schon etwas Merkwürdiges, das ich nicht ganz nachvollziehen kann.»

Schlussendlich ist Holder froh, wenn sich die Menschen wieder mit ein wenig mehr Respekt begegnen, wie er sagt. Er hoffe, dass sich der Umgang im neuen Jahr wieder einpendle.

3 Kommentare

  1. Unverantwortlich und ich habe kein Verständnis für ein solches Verhalten.
    Die Kirche setzt sich wieder über alles erhaben.
    Im 1. Lockdown war es die Freikirche im Elsass, die das Virus zum Grossausbruch gebracht hat.
    Man muss die Menschen zur Rechenschaft ziehen, die andere durch solches Verhalten gefährden. Dies ist grobfahrlässig und für einige die durch die Ansteckung sterben wär das fahrlässige Tötung.Report

  2. Die Jdee finde ich super. Richtig christlich u.solidarisch.
    ABER ich hätte zuerst den Gottesdienst für die 2G gehalten u. dann für die Anderen. Wegen der Hygiene, Desinfektion.Report

  3. Dass Kirchen nicht der Zertifikatspflicht unterstehen ist unannehmbar; warum weil dieser unsehbare Gott sie schützt, so ein Mist. Es ist Zeit, dass auch die Kirchen sich an die Regeln halten.. Es zeigt nur wie übel diese Kleriker sind und es ist Zeit diese Sekte auszudünnenReport

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