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Der Telebasel Talk vom 22. Dezember 2021.
Basel

Drei Jahre Basler Klimastreik: verlorene Illusionen?

Seit drei Jahren gehen Jugendliche für das Klima auf die Strasse. Was hat es gebracht? Im Talk ziehen Helma Pöppel und Laurin Hoppler Bilanz.

Von wegen unpolitische Jugend: Seit die schwedische Aktivistin Greta Thunberg sich am  20. August 2018 mit einem Schild mit der Aufschrift « Skolstrejk för klimatet» (Schulstreik für das Klima) vor dem Schwedischen Reichstag in Stockholm platzierte, ist eine internationale Bewegung entstanden, die von der Politik und der Wirtschaft nicht mehr ignorieren werden kann.

Klimanotstand und grüne Wahlsiege

In Basel fanden seit Dezember 2018 ein Dutzend Streiks und Aktionen statt. Es gab Erfolge. Im Februar 2019 rief der Grosse Rat des Kantons Basel-Stadt den Klimanotstand aus: «Der Basler Grosse Rat erklärt den Climate Emergency und anerkennt damit die Eindämmung des Klimawandels und seiner schwerwiegenden Folgen als Aufgabe von höchster Priorität». Bei den Wahlen 2020 siegten die Grünen und Grünliberalen. Auch Landesweit.

Niederlagen und Widerstand

Aber das C02-Gesetz, das von Teilen der Klimajugend sogar als ungenügend bekämpft wurde (nicht jedoch von der Basler Sektion), wurde im Juni dieses Jahres abgelehnt. Vor wenigen Tagen präsentierte Umweltministerin Simonetta Sommaruga eine neue Vorlage, die auf Abgaben und Erhöhungen verzichtet.

Als «enttäuschend» und «zu wenig verbindlich» bezeichnete der Klimastreik die Klimaschutz-Offensive, die der Grosse Rat vergangene Woche verabschiedete. Dagegen, dass ab 2035 in Basel-Stadt nicht mehr mit Öl und Gas geheizt werden darf, hatten LDP und SVP, aber auch die Regierung argumentiert.

Geringer Effekt auf das Weltklima

Was hält die Klimajugendlichen bei der Stange? Warum finden sie ihre Aktionen fürs Klima und ihre Wünsche nach Restriktionen so wichtig, wenn der weltweite Klimaeffekt der Schweiz gerade mal 0,1 Prozent ausmacht – und etwa einer der Top-Klimasünder, der chinesische Staatspräsident Xi Jingping, nicht mal an der Klimakonferenz von Glasgow teilnimmt? Welche Lehren ziehen die Klima-AktivistInnen aus dem realitätspolitischen Widerstand?

Im Talk am Mittwoch, 22. Dezember 2021, ab 18.45: Helma Pöppel von Klimastreik Basel und GAB-Grossrat und ehemaliger Klimastreik-Aktivist Laurin Hoppler.

 

1 Kommentar

  1. Sehr gute Absichten. Doch die Umsetzung ist immer schwierig. Denn die Umsetzung ist die Realität. Und Hausbesitzer, welche nicht eine Heizungsumstellung vornehmen können (Zuschüsse sind Tropfen auf heissen Stein) sind gezwungen, Haus zu verkaufen. EFH oder MFH betroffen. Die Banken/Versicherungen und Spekulanten warten schon auf die Häuser.
    Liebgewonnene Häuser, Häuser welche seit Jahren in Familien sind und weitergegeben werden entreisst man so. UND: Günstiger Wohnraum wird so zerstört, Glückliche Mieter wegen (teuer-)Sanierung rausgeworfen. DAS kann es ja auch nicht sein…
    Checkt das auch die rundumversorgte Klimajugend, die oft nur Schule und Studium sah – das REAL LIVE aber noch nicht kennt (kein Vorwurf – aber dann auch nicht Wahnsinn beschliessen).Report

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